DAX schließt leicht im Minus

Der DAX hat sich am Dienstag von seiner langsamen Seite gezeigt. Der Leitindex fiel um 0,2 Prozent auf 13.815,06 Punkte.

Der DAX hat sich am Dienstag kaum bewegt. Die Hoffnung auf eine baldige Erholung der Weltwirtschaft hat dem DAX zunächst Schub gegeben. Anleger blicken am Tag des erneuten Corona-Gipfels – das Treffen der Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten mit Bundeskanzlerin Angela Merkel, um weitere Maßnahmen im Kampf gegen die Corona-Pandemie zu beraten – auf die Anhörung der designierten US-Finanzministerin Janet Yellen. Es wird erwartet, dass die ehemalige Chefin der US-Notenbank Fed für neue Konjunkturhilfen werben wird. “Ihre Aufgabe ist es, zu erklären, warum aggressive Staatsausgaben notwendig sind, um die Erholung der Wirtschaft zu unterstützen”, sagte Analyst David Madden vom Online-Broker CMC Markets. In vorab veröffentlichen Äußerungen hatte Yellen betont, dass der Staat in der Krise “groß handeln” müsse. Die Pläne des künftigen US-Präsidenten Joe Biden für ein 1,9 Billionen US-Dollar schweres Corona-Konjunkturpaket sind bekannt.

In den USA starteten die US-Börsen nach dem langen Wochenende freundlich in den Handel. Die Leitindizes Dow Jones, Nasdaq und S&P 500 nahmen zur Eröffnung Kurs auf ihre jüngsten Rekordhochs und stiegen um jeweils knapp ein Prozent. Wenn Biden am Mittwoch vereidigt wird, sieht Volkswirt Carsten Mumm von der Privatbank Donner & Reuschel aber keinen schnellen Kurstreiber, der den Dax über 14 000 Punkten in Richtung des jüngst aufgestellten Rekordes treiben könnte. “Sofortige Auswirkungen an den Börsen dürften sich kaum ergeben, auch wenn Börsianer wohl sehnlichst erste Impulse durch die neue Regierung erwarten”, so der Experte.

Was am Dienstag an der Börse außerdem wichtig war

Lockdown wird wohl verschärft – Sorge wegen Mutationen
Vor dem Bund-Länder-Treffen zum weiteren Vorgehen in der Corona-Pandemie an diesem Dienstag zeichnet sich eine Fortsetzung des Lockdowns bis in den Februar hinein ab. Über die genauen Verschärfungen herrscht zum Teil aber noch große Uneinigkeit. Wie die Deutsche Presse-Agentur aus Teilnehmerkreisen erfuhr, meldeten SPD-Länder eine Reihe von Änderungen an einer Beschlussvorlage an, die zuvor an mehrere Länder verschickt worden war. Entsprechende Papiere lagen der dpa vor. Vor den von 14.00 Uhr an geplanten Beratungen der Ministerpräsidenten mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) gab es noch Vorgespräche.

ZEW-Konjunkturerwartungen steigen überraschend deutlich
Die Konjunkturerwartungen deutscher Finanzexperten haben sich im Januar überraschend deutlich aufgehellt. Das Stimmungsbarometer des Mannheimer Forschungsinstituts ZEW stieg gegenüber dem Vormonat um 6,8 Punkte auf 61,8 Zähler, wie das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am Dienstag in Mannheim mitteilte. Analysten hatten mit einem Anstieg gerechnet, allerdings nur auf im Schnitt 59,4 Punkte.

Boomender Börsenhandel beflügelt Goldman Sachs zum Jahresende
Dank des florierenden Wertpapierhandels in der Corona-Krise und sprudelnder Einnahmen im Investmentbanking hat der US-Finanzkonzern Goldman Sachs den Gewinn im Schlussquartal kräftig gesteigert. Unterm Strich verdiente das Unternehmen in den drei Monaten bis Ende Dezember laut Mitteilung vom Dienstag 4,5 Milliarden Dollar (3,7 Mrd Euro) und damit 135 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Zahlen übertrafen die Markterwartungen klar, die Aktie reagierte vorbörslich zunächst mit deutlichen Kursaufschlägen.

Bank of America verdient deutlich weniger
Niedrige Zinsen und höhere Kosten aufgrund der Corona-Krise haben die Bank of America zum Jahresende belastet. Im Schlussquartal fiel das Nettoergebnis verglichen mit dem Vorjahreszeitraum um gut ein Fünftel auf 5,5 Milliarden Dollar (4,5 Mrd Euro), wie das Geldhaus am Dienstag in Charlotte mitteilte. Die Erträge sanken um zehn Prozent auf 20,1 Milliarden Dollar. Bankchef Brian Moynihan zeigte sich dennoch zufrieden – das Unternehmen erhole sich weiter von den “dramatischen Folgen” der Pandemie.

Telefonica Deutschland: Funkmast-Erlöse investieren – mehr Dividende
Der Telekommunikationskonzern Telefonica Deutschland (O2) will die Erlöse aus seinem Funkmasten-Deal mit der spanischen Telxius in die Infrastruktur und ins Geschäft investieren. Dafür wolle der Vorstand einen “erheblichen Teil” der erzielten Summe von 1,5 Milliarden Euro aufwenden, teilte Telefonica am Dienstag anlässlich eines Strategie-Updates in München mit. Zudem solle die Dividende für das abgelaufene Jahr um einen Cent auf 18 Cent pro Aktie steigen. Dies sei auch die Dividendenuntergrenze für die Jahre 2021 bis 2023. Der Vorstand wolle auf der Hauptversammlung im Mai einen entsprechenden Vorschlag machen.

IPO: SAP-Tochter Qualtrics erwartet Platzierungspreis zwischen 22 und 26 Dollar
Der Börsengang der SAP-Tochter Qualtrics nimmt konkrete Züge an. Das US-Unternehmen geht von einem Platzierungspreis zwischen 22 und 26 US-Dollar aus, wie am Dienstag aus bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereichten Unterlegen hervorging. Insgesamt sollen demnach etwas mehr als 49,2 Millionen Aktien angeboten werden, so dass sich Einnahmen von bis zu 1,28 Milliarden US-Dollar (1,06 Mrd Euro) ergeben. SAP wird weiterhin die überwiegende Mehrheit an dem Anbieter von Marktforschungssoftware halten.

rtr/dpa-AFX/fh