DAX kaum verändert: Europas Börsen kommen kaum vom Fleck – Sabadell-Aktie im Tiefflug

Ohne Rückenwind der Wall Street kommen Europas Börsen nur zögerlich voran. Dax und EuroStoxx50 notierten am Freitag mit 13.300 und 3517 Punkten jeweils rund 0,1 Prozent höher.

Nach Thanksgiving öffnen die US-Börsen am sogenannten Black Friday für einen verkürzten Handel, den viele Marktteilnehmer als Brückentag nutzen werden. In Asien halfen starke Wirtschaftsdaten aus China dem Tokioter Nikkei-Index auf den höchsten Stand seit mehr als 29 Jahren. “Die Stimmung ist größtenteils gemischt mit einigen negativen Schlagzeilen im Zusammenhang mit Rekordzahlen bei Covid-19, aber die Investoren wetten auf weitere Unterstützung durch Konjunkturprogramme, um der schwachen Wirtschaft zu helfen”, sagte Simona Gambarini, Marktökonomin bei Capital Economics.

Weniger gute Neuigkeiten kamen vom Pharmakonzern AstraZeneca, der nach Kritik an seinen bisherigen Tests eine komplett neue weltweite Studie zur Wirksamkeit seines Corona-Impfstoffs erwägt. Experten zufolge könnte das die Zulassung verzögern. Aktien des britischen Konzerns fielen in London um rund ein Prozent.

BARNIER BEI BREXIT-GESPRÄCHEN EHER SKEPTISCH

Auch die Ölpreise, die in Erwartung schnell verfügbarer Impfstoffe stark zugelegt hatten, gaben zum Wochenschluss nach. US-Leichtöl WTI>Clc1> verbilligte sich um 1,2 Prozent auf 45,16 Dollar je Fass. “Da ein Großteil der Rally des Öls im November auf Erwartungen, Gefühlen und spekulativem schnellem Geld beruhte, war eine Art Korrektur längst überfällig”, sagte Jeffrey Halley, leitender Marktanalyst beim Broker Oanda.

Am Devisenmarkt notierte das britische Pfund mit 1,3353 Dollar nahe seines Drei-Monats-Hochs. EU-Chefunterhändler Michel Barnier hält eine termingerechte Brexit-Vereinbarung mit Großbritannien nach Angaben aus diplomatischen Kreisen derzeit für eher unwahrscheinlich. Es sei zum gegenwärtigen Zeitpunkt unklar, ob ein Abkommen bis Jahresende möglich sein werde, sagte Barnier laut einem EU-Diplomaten bei einem Treffen mit den 27 Botschaftern der Mitgliedstaaten in Brüssel.

Nach einem Stabilisierungsversuch rutschte Bitcoin erneut ab und verbilligte sich auf 16.855 Dollar. Gewinnmitnahmen nach einem rasanten Kursanstieg hatten die älteste und wichtigste Cyber-Devise zuvor um mehr als 3000 Dollar binnen eines Tages abstürzen lassen.

MEDIOS STEUERN AUF IHREN BESTEN BÖRSENTAG ZU

Am Aktienmarkt stachen BBVA und Banco Sabadell heraus. Die beiden spanischen Großbanken haben ihre Fusionsverhandlungen nach knapp zwei Wochen abgebrochen. Sabadell-Aktien sackten an der Börse in Madrid um zeitweise 18 Prozent ab. Das Institut steht nun unter Druck, sich im hart umkämpften spanischen Bankenmarkt zu behaupten. BBVA legten 2,4 Prozent zu.

Im SDax gewannen die Aktien des Spezialpharma-Anbieters Medios 25,2 Prozent auf 36,30 Euro und steuerten auf ihren besten Börsentag überhaupt zu. Das auf besondere Arzneimittel etwa gegen seltene oder chronische Erkrankungen spezialisierte Pharmaunternehmen kauft den Großhändler Cranach Pharma GmbH. “Auf den ersten Blick sieht die Übernahme wertsteigernd aus und verbreitert die Wachstumsbasis von Medios erheblich”, urteilten die Analysten von Jefferies. Durch den Zukauf soll der Konzernumsatz 2021 deutlich auf über eine Milliarde Euro steigen.

In Paris sprangen die Aktien von Electricite de France um sieben Prozent auf ein Sieben-Monats-Hoch. Medienberichten zufolge sind sich die französische Regierung und die Europäische Kommission über die Umstrukturierung des Energieversorgers und die Atompreisreform einig.

rtr