DAX kaum verändert: Börsen kommen an Thanksgiving kaum voran – Bitcoin stürzt ab

Europas Anleger haben sich am Donnerstag ohne Impulse der US-Börsen kaum aus der Deckung getraut. Dax und EuroStoxx traten am Vormittag bei 13.295 und 3513 Punkten auf der Stelle. Wegen des Feiertages Thanksgiving bleibt die Wall Street geschlossen, weswegen Händler an den europäischen Börsen mit geringeren Handelsumsätzen rechneten.

Börsianer fürchten nach wie vor die wirtschaftlichen Folgen der aktuellen Pandemie-Beschränkungen, die in Deutschland im Dezember unter anderem für den Einzelhandel noch weiter verschärft werden sollen. Die neuen Beschlüsse von Bund und Ländern seien an den Börsen aber bereits erwartet worden, sagte Axi-Marktanalyst Milan Cutkovic. “Die Investoren haben sich damit abgefunden, dass die Lockdowns noch eine Weile andauern, sehen mit dem Impfstoff aber Licht am Ende des Tunnels.” Der Teil-Lockdown lastet allerdings in der für Händler wichtigen Vorweihnachtszeit auf der Verbraucherstimmung in Deutschland. Das von der Nürnberger GfK veröffentlichte Konsum-Barometer signalisiert für Dezember einen Rückgang um 3,5 Punkte auf minus 6,7 Zähler. Das ist das niedrigste Niveau seit Juli.

KRYPTOWÄHRUNGEN UNTER DRUCK – ÖLPREIS SINKT

Der Bitcoin-Höhenflug fand am Donnerstag vorerst ein rapides Ende. Die älteste und wichtigste Cyber-Devise verbilligte sich um 9,7 Prozent auf 16.933 Dollar. Das ist der tiefste Stand seit Mitte November. Am Mittwoch hatte sie ein Drei-Jahres-Hoch von 19.510 Dollar markiert und damit nur noch etwa 2,5 Prozent unter ihrem Rekordhoch gelegen. Angesichts sehr hoher Handelsvolumina an den Börsen sei es nicht überraschend, dass es nach dem Abprallen am Allzeithoch zu einer solchen raschen Korrektur komme, sagte Experte Justin d’Anethan vom Beratungshaus Diginex. Auch andere Kryptowährungen wie Ripple und Ethereum gerieten im Bitcoin-Sog unter die Räder.

An den Rohstoffmärkten ging es beim Öl trotz überraschend gesunkener US-Vorräte wieder abwärts. Die Nordseesorte Brent verbilligte sich um 1,4 Prozent auf 47,95 Dollar je Fass, US-Leichtöl WTI fiel um 1,5 Prozent auf 45,03 Dollar. “Trotz einer Reihe starker Fundamentaldaten, die die Märkte beleben, insbesondere die Entwicklung von Impfstoffen zur Unterstützung des Öls, gibt es weiterhin belastende Faktoren”, sagte Experte Avtar Sandu vom Rohstoffbroker Phillip Futures. Dazu zählten die Lockdowns im Zuge der Verschärfung der Pandemie, die steigende Zahl der in den Vereinigten Staaten eingesetzten Bohrinseln sowie die erhöhte Produktion aus Libyen.

GOLD UND EUROPCAR GEFRAGT

Gold als sicherer Anlagehafen war gefragt, die Feinunze verteuerte sich um ein halbes Prozent auf 1813 Dollar. Händlern zufolge half ein schwächerer Dollar dem in der US-Devise notierten Edelmetall auf die Sprünge. Der Dollar hatte sich angesichts der Aussicht auf eine weiter ultralockere Geldpolitik der US-Notenbank verbilligt.

Am Aktienmarkt zählten Autowerte wie BMW und VW mit Abschlägen von bis zu 1,9 Prozent zu den größten Verlierern. Technologielastige Titel waren hingegen gefragt. Die Aktien von Europcar stiegen in Paris um sechs Prozent, nachdem der französische Autovermieter mit seinen Hauptgläubigern eine grundsätzliche Einigung über die finanzielle Umstrukturierung erzielt hat. Das Unternehmen will seine Verschuldung durch eine 1,1 Milliarden Euro schwere Eigenkapitalisierung vorrangiger Anleihen und eine Kapitalzuführung von 250 Millionen Euro reduzieren.

rtr