DAX im Minus: Brexit-Votum macht Anleger vorsichtig – Autobauer im Minus

Vor diesem Hintergrund kamen Dax und EuroStoxx50 am Freitag kaum vom Fleck. Am Vormittag notierten sie bei 12.663 und 3587 Punkten. Das Pfund Sterling stagnierte bei 1,2893 Dollar und 1,1586 Euro. Der britische Premierminister Boris Johnson und die EU hatten sich am Donnerstag auf einen Brexit-Deal geeinigt. Allerdings formierte sich im Unterhaus umgehend Widerstand gegen die Einigung. “Für Johnson ist vom großen Sieg bis hin zur vernichtenden Niederlage alles möglich”, sagte Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensberater QC Partners. Etsy Dwek, Chef-Anlagestrategin beim Vermögensverwalter Natixis, setzte auf ein mehrheitliches “Yes” der Abgeordneten. “Vor dem Hintergrund der Brexit-Müdigkeit und den potenziellen negativen Auswirkungen eines Scheiterns auf die Wirtschaft stehen die Chancen besser als noch zuzeiten von Theresa May.”

Mit Erleichterung reagierten Anleger auf die von den USA und der Türkei vereinbarten Waffenruhe in Nordsyrien. Der Leitindex der Istanbuler Börse stieg zeitweise um knapp vier Prozent. Die Nachfrage nach türkischen Anleihen drückte die Rendite der zehnjährigen Titel um fast einen ganzen Prozentpunkt auf 14,1 Prozent. Die Währung des Landes war ebenfalls gefragt. Dollar und Euro verbilligten sich um jeweils etwa 1,5 Prozent auf 5,7425 und 6,3820 Lira.

RENAULT-PROGNOSESENKUNG SETZT AUTOMOBILSEKTOR ZU

Am Aktienmarkt schreckte eine Prognosesenkung von Renault Investoren auf. Schwerwiegender als die niedrigere Umsatzprognose sei das auf fünf von sechs Prozent gekürzte Margenziel, sagte ein Börsianer. Die Titel des Autobauers brachen daraufhin zeitweise um knapp 15 Prozent ein und steuerten auf den größten Tagesverlust der Firmengeschichte zu. In ihrem Sog verloren Erzrivale Peugeot, sowie die deutschen Konkurrenten BMW, Daimler und Volkswagen bis zu 0,6 Prozent. Zulieferer wie Continental oder Michelin gaben bis zu 1,5 Prozent nach. Der Index für die europäische Autobranche büßte 1,3 Prozent ein.

Die Titel der Münchener Rück stiegen dagegen um bis zu 1,8 Prozent auf ein 17-1/2-Jahres-Hoch von 249,60 Euro. Der Rückversicherer rechnet angesichts eines Quartalsgewinns von etwa 850 Millionen Euro damit, sein Ziel eines Gesamtjahres-Ergebnisses von 2,5 Milliarden Euro zu übertreffen.

rtr

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