DAX stabilisiert sich – Goldpreis über 1.500 Dollar-Marke

Auftrieb erhielten die heimischen Börsen von Äußerungen von US-Präsident Donald Trump. Dieser rechnet nach eigenen Angaben nicht mit Vergeltungsmaßnahmen Chinas in Reaktion auf die geplante Verschärfung der US-Strafzölle. Vielmehr erwarte er eine rasche Einigung im Handelskonflikt. Positiv werteten Börsianer außerdem Pläne der Regierung in Peking, zur Ankurbelung der Konjunktur das verfügbare Einkommen von Arbeitnehmern zu erhöhen.

GOLD ÜBER 1500-DOLLAR-MARKE – BUNDESANLEIHEN GEFRAGT

Dennoch beurteilten zahlreiche Investoren die Aussichten für die Weltwirtschaft unverändert pessimistisch. Die “Antikrisen-Währung” Gold blieb mit einem Preis von 1510,60 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm) auf Tuchfühlung mit ihrem am Dienstag markierten Sechseinhalb-Jahres-Hoch. Am Anleihemarkt griffen Anleger erneut zu den als sicher geltenden Bundesanleihen und drückten die Rendite der zehnjährigen Titel auf ein Rekordtief von minus 0,714 Prozent. Verstärkt werde dieser Trend durch Äußerungen des EZB-Ratsmitglieds Olli Rehn, sagte Commerzbank-Analyst Ulrich Leuchtmann. Rehn habe in einem Zeitungsinterview nicht nur eine Wiederaufnahme der Anleihekäufe signalisiert, sondern sich auch offen für Aktienkäufe gezeigt.

Das Pfund Sterling setzte angesichts des wachsenden Widerstandes gegen einen ungeordneten EU-Austritt Großbritanniens seinen Erholungskurs fort und verteuerte sich auf 1,2135 Dollar. Im britischen Unterhaus formiert sich eine Koalition, um den als Brexit-Hardliner geltenden Premierminister Boris Johnson per Misstrauensvotum zu stürzen und eine Übergangsregierung zu bilden.

CHIPWERTE IM AUFWIND


Zur positiven Grundstimmung am europäischen Aktienmarkt trugen Börsianern zufolge auch ermutigende Geschäftszahlen der US-Chipfirmen NVidia und Applied Materials bei. Bei NVidia fiel der Gewinnrückgang geringer aus als befürchtet. Applied Materials setzte sich für das laufende Quartal ein überraschend optimistisches Umsatz- und Gewinnziel. Vor diesem Hintergrund gehörten die Aktien von Infineon mit einem Kursplus von 1,9 Prozent zu den Favoriten im Dax. Der europäische Index für die Halbleiter-Branche gewann 1,3 Prozent

Unterdessen kämpfte die Londoner Börse LSE mit technischen Problemen. Der Handelsstart verzögerte sich um etwa eineinhalb Stunden. Das ist der längste Ausfall seit acht Jahren.

rtr

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