Rekord-Dax kennt kein Halten mehr – Telekom-Aktie unter Druck

Zudem hilft auch ein schwächerer Euro, der die Exportaussichten der hiesigen Unternehmen verbessert. Am Mittwoch notierte der Euro 0,1 Prozent im Minus bei 1,1630 Dollar.

Weltweit lieferten ermutigende Firmenbilanzen Treibstoff für die Aktienmärkte: In Japan schossen zum Beispiel die Kurse wegen starker Zahlen von Sony nach oben und auch die Wall Street stand erneut vor dem Sprung auf neue Höchststände. Der globale Aktienindex MSCI World kletterte um 0,3 Prozent auf einen Rekordwert. Steigende Ölpreise schürten die Zuversicht der Anleger, dass die Konjunktur weltweit weiter wächst. Die Hoffnung, dass die Förderländer ihre Produktion weiter drosseln, schoben den Preis für die Nordsee-Sorte Brent um 1,2 Prozent auf ein Zwei-Jahres-Hoch von 61,70 Dollar je Fass.

Einige Anleger hielten sich indes wegen der nach Handelsschluss in Europa erwarteten Zinsentscheidung der Fed und möglicher Nachrichten zur Ernennung des künftigen Präsidenten der amerikanischen Notenbank zurück.

TELEKOM IM MINUS – SCHEITERT T-MOBILE-DEAL MIT SPRINT?

Zu den größten Dax-Gewinnern gehörten Infineon mit einem Plus von 3,7 Prozent. Die Schweizer Bank UBS hat das Kursziel für den Chipkonzern auf 26 von 21 Euro angehoben. Auch Versorger waren gefragt: E.ON und RWE legten je rund drei Prozent zu.

Auf der Verliererliste ganz oben standen hingegen Deutsche Telekom, die um bis zu drei Prozent auf 15,17 Euro nachgaben. Die Sorge vor einem Scheitern der milliardenschweren Mobilfunk-Hochzeit der Telekom-Tochter T-Mobile US mit dem US-Rivalen Sprint lastete auf den Kursen. Einem Zeitungsbericht zufolge ist der Deal wegen Uneinigkeit über die künftigen Eigentumsverhältnisse mit Sprint-Großaktionär Softbank vom Tisch. Insider sagten der Nachrichtenagentur Reuters jedoch, die Verhandlungen seien nicht gescheitert. “Ein Platzen der Fusion würde Synergieeffekte in Milliardenhöhe verhindern”, sagte ein Händler.

Abwärtsging es an der Londoner Börse für die Papiere von Next, die um mehr als sechs Prozent abrutschten. Der Modehändler hat im dritten Geschäftsquartal zwar 1,3 Prozent mehr umgesetzt, blieb damit aber hinter den Erwartungen zurück.

Spekulationen über Probleme bei der Übernahme von Biotest durch den chinesischen Investor Creat setzten die Aktien des Biotechunternehmens unter Druck. Sie gaben um 12,4 Prozent auf 19,89 Euro nach. Die Nachrichtenagentur Bloomberg hatte unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen berichtet, dass die USA den Deal genauer unter die Lupe nehmen wollen.

Freude herrschte hingegen bei Bitcoin-Anlegern: Der Höhenflug hielt hier auch am Mittwoch an. Das Internet-Geld stieg auf der Handelsplattform BitStamp über 6500 Dollar pro Einheit und ist damit so teuer wie nie zuvor. Hintergrund sind Pläne der weltgrößten Future-Börse CME, Ende des Jahres auch für Bitcoin einen Future aufzulegen. Das könnte dazu führen, dass Krypto-Währungen allgemein stärker anerkannt werden.

rtr

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