Europas Anleger nach US-Jobdaten vorsichtig – Airline-Aktien unter Druck

Ein schwächer als erwartet ausgefallener US-Stellenaufbau hinterließ am Nachmittag aber Bremsspuren: der Dax trat bei 13.448 Zählern auf der Stelle, während der EuroStoxx 0,2 Prozent niedriger bei 3681 Punkten stand. Auch an der Wall Street gaben Dow-Jones und S&P etwas nach.

Am US-Arbeitsmarkt entstanden im Oktober 261.000 statt der erwarteten 310.000 Jobs. Dennoch steckte die US-Wirtschaft den Dämpfer durch die Wirbelstürme “Harvey” und “Irma” insgesamt gut weg. “Auf den zweiten Blick ist es nicht so schlimm wie gedacht, da es deutliche Aufwärtsrevisionen für den vorangegangenen Monat gibt”, sagt Anlageexperte Brad McMillan vom US-Brokerhaus Commonwealth Financial. Der Dollar geriet deswegen nur kurzzeitig unter Druck. Am Nachmittag notierte der Euro wie vor den Daten bei rund 1,1650 Dollar.

APPLE-HYPE STECKT AN – ANLEGER MÖGEN NEUEN-FED-CHEF

Im Technologiesektor steckten der Hype um den Verkaufsstart des iPhone X und ein rosiger Ausblick auf das Weihnachtsgeschäft von Apple die Anleger an. Die Apple-Aktie legte im frühen US-Handel um 3,7 Prozent zu und erreichte mit 174,26 Dollar einen neuen Höchststand. Damit knackte der Konzern aus Kalifornien erstmals die Marke von 900 Milliarden Dollar bei der Marktbewertung – Analysten zufolge dürfte schon sehr bald die Schwelle von einer Billion Dollar überschritten werden.

Auch Zulieferer standen hoch im Kurs: Dialog Semiconductor waren mit einem Aktien-Plus von 4,1 Prozent unter den gefragtesten Werten im Technologie-Index TecDax. STMicroelectronics legten in Mailand 2,2 Prozent auf ein 13 1/2-Jahres-Hoch von 20,89 Euro zu. Im Dax verteuerten sich Aktien des Münchner Chipherstellers Infineon um ein Prozent.

Gut kam bei Investoren auch die Ernennung von Jerome Powell zum Nachfolger von US-Notenbankchefin Janet Yellen an. Der 64-Jährige steht für Kontinuität in der Geldpolitik. “Mit ihm dürfte der von der Fed eingeschlagene Kurs gradueller Leitzinsanhebungen fortgesetzt werden”, sagte Analyst Dirk Gojny von der National-Bank. Powell stehe zudem einer etwas lockeren Regulierung des Finanzdienstleistungssektors offen gegenüber.

AIRLINE-AKTIEN UNTER DRUCK

Lufthansa rutschten dagegen im Sog des Rivalen Air France-KLM um 1,5 Prozent ab. Dessen Aktien kletterten nach Quartalszahlen zunächst auf den höchsten Stand seit sieben Jahren, brachen dann aber um mehr als zehn Prozent ein. Händler verwiesen darauf, dass das Management der französischen Airline konkrete Aussagen über künftige Sparmaßnahmen scheue. Die Aktien der British-Airways-Mutter IAG, die ihre Gewinnziele nach oben schraubte, gaben um 1,4 Prozent nach. Easyjet fielen um 1,2 Prozent.

An der Börse in Paris waren die Papiere von Renault mit einem Kursplus von rund fünf Prozent Top-Favorit. Der französische Staat verkaufte einen Teil seiner Aktien an dem Autobauer und hält nun noch 15 Prozent. Anleger spekulieren jetzt Händlern zufolge darauf, dass sich die Regierung im Elysee-Palast weiter zurückzieht.

Vier Prozent bergab ging es in Paris dagegen für die Bank Societe Generale. Sie musste im dritten Quartal wegen höherer Rechtsstreitigkeiten in den USA einen Gewinnrückgang hinnehmen.

rtr

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