Dax setzt Gipfelwanderung fort – BMW-Aktie Schlusslicht im Leitindex

“Die Börsen befinden sich in einem Schlaraffenland aus wachsenden Gewinnen, wachsender Wirtschaft und wachsenden Trendimpulsen”, sagte Marktanalyst Jochen Stanzl vom Brokerhaus CMC Markets.

Rückenwind erhielten die Aktienmärkte in Europa vom Euro, der vor dem Hintergrund des steigenden Dollars auf den tiefsten Stand seit Juli abrutschte. Durch eine schwächere Gemeinschaftswährung steigen die Exportchancen der Firmen aus der Euro-Zone und ihre Aktien werden beliebter.

In Asien und den USA hatten die Börsen zuvor ebenfalls zugelegt. Der Tokioter Leitindex Nikkei erklomm den höchsten Stand seit 1992, der Dow-Jones-Index an der Wall Street knackte abermals eine Rekordmarke. Getragen wird das Wachstum an den Börsen von der wachsenden Weltwirtschaft. “Wohin man nur schaut, rund um den Globus verweisen die Frühindikatoren aller Provinzen auf einen sich immer weiter verstärkenden Aufschwung”, sagte Analyst Jan Bottermann von der National-Bank.

Zwar ging die Produktion der deutschen Wirtschaft im September unerwartet deutlich zurück. Auf das gesamte dritte Quartal gesehen, Im gesamten dritten Quartal zog sie aber um 0,8 Prozent an. Auch in anderen Regionen Europas stehen die Zeichen auf Wirtschaftswachstum. Hinzu kommt, dass Anleger auf umfassende Steuererleichterungen für Firmen und Privatleute in den USA spekulieren, die den ohnehin brummenden Konjunkturmotor dort weiter antreiben dürfte.

Einige Börsenexperten warnen allerdings vor Rückschlägen. “Grundsätzlich mehren sich die Zeichen, dass die Luft nach oben sukzessive dünner wird”, sagte Volkswirt Christian Schmidt von der Landesbank Helaba. Der Dax hat seit Jahresbeginn 17 Prozent zugelegt. Der Dow-Jones-Index und der Nikkei-Index um je rund 20 Prozent.

ONLINE-HÄNDLER ZALANDO SENKT GEWINNZIELE

Zu den Top-Favoriten im Dax gehörten die Energieversorger RWE und E.ON. Sie erklommen jeweils den höchsten Stand seit zweieinhalb Jahren. Händler verwiesen darauf, dass die Grünen in der Debatte um die Abschaltung von Kohlekraftwerken Kompromissbereitschaft zeigten. Für die Anleger des im MDax notierten Kraftwerkskonzerns Uniper, an dem E.ON beteiligt ist, spielte das offenbar keine Rolle. Sie zeigten sich enttäuscht darüber, dass der finnische Bieter Fortum eine Erhöhung seines Angebots ausschloss.

Enttäuscht reagierten Investoren auch auf die Ergebnisse von BMW. Die Titel verloren 2,6 Prozent und waren Schlusslicht im Dax. Der Autobauer verdiente im dritten Quartal wegen hoher Kosten für Elektromobilität, autonomes Fahren und neue Modelle weniger. Zalando-Aktien rutschten um 4,4 Prozent ab, nachdem Europas größter Online-Modehändler seine Gewinnziele gesenkt hat.

Nach unerwartet schwachen Quartalszahlen flogen auch die Titel der dänischen Reederei Moeller-Maersk, des Windkraftanlagenbauer Siemens Gamesa und der britischen Sicherheitsfirma G4S auf den Depots. Sie verloren zwischen 4,5 and 7,1 Prozent.

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