Dax leicht im Minus – Deutsche Bank-Aktie gefragt

Marktteilnehmer rechnen aber damit, dass die Rekordhatz bald weitergeht. “Das Umfeld für deutsche Aktien stimmt und es kann jetzt sehr schnell weiter nach oben gehen: Schwacher Euro, starke Gewinnentwicklung bei den Unternehmen und ein weltweiter Aufschwung, dem die Zentralbanken wegen der Angst um noch immer zu tiefe Inflationsraten nicht wirklich im Wege stehen”, fasste Analyst Jochen Stanzl von CMC Markets zusammen.

BANK OF ENGLAND IM FOKUS

Neben der Bilanzsaison standen vor allem Notenbank-Themen im Vordergrund. Anleger rechneten bei der Zinssitzung der Bank of England (BoE) mit der ersten Zinserhöhung seit 2007. Die meisten Experten erwarten eine Anhebung um einen Viertel Prozentpunkt auf 0,5 Prozent. Zudem will US-Präsident Donald Trump bekanntgeben, wer die amerikanische Notenbank (Fed) künftig leiten soll. Insidern zufolge hat der einzige Republikaner im Fed-Direktorium, Jerome Powell, die besten Karten. “Der 64-Jährige dürfte Yellens maßvolle Geldpolitik fortsetzen”, betonte Ulrich Stephan, Chef-Anlagestratege Privat- und Firmenkunden bei der Deutschen Bank. Powell gelte aber als flexibler in Sachen Regulierung. “Auch das könnte Trump zur Nominierung bewogen haben, immerhin hatte er im Wahlkampf versprochen, den Finanzsektor zu deregulieren.”

GEWINNSTEIGERUNGEN BEI BANKEN MACHEN SEKTOR BELIEBT

Bankentitel waren besonders gefragt, nachdem sowohl Credit Suisse als auch ING im dritten Quartal die Anleger überzeugten. Der europäische Sektorindex legte 0,5 Prozent zu. Im Dax waren Deutsche Bank und Commerzbank mit je 2,3 und 1,4 Prozent Aufschlag die größten Kursgewinner. Credit Suisse verfünffachte dank Einsparungen und einer guten Entwicklung der Vermögensverwaltung im dritten Quartal den Gewinn. Die Aktien kletterten an der Börse in Zürich um vier Prozent. In Amsterdam legten ING-Papiere 0,8 Prozent zu. Die größte niederländische Bank profitierte von steigenden Kundenzahlen, niedrigeren Kosten und einem höheren Zinsüberschuss.

In Paris gerieten die Aktien von Sanofi unter Druck und gaben 2,8 Prozent ab. Die Generikakonkurrenz im Diabetes-Geschäft macht dem Pharmakonzern zu schaffen, er schraubte deshalb seine Erwartungen für das seit einiger Zeit unter Druck stehende Kerngeschäft zurück.

Beim Gesundheitskonzern Fresenius hielt die Freude über ein deutliches Gewinnplus im dritten Quartal nicht lange an. Die Aktien fielen bis zum Mittag ins Minus und gaben 1,4 Prozent ab.

HUGO BOSS KANN PUNKTEN – BVB IM ABSEITS

Nach einer längeren Durststrecke verkauft Hugo Boss seine Kollektionen wieder besser. Das stimmte den Vorstand für das Gesamtjahr zuversichtlicher und lockte Anleger an. Die Aktien markierten in der Spitze mit einem Aufschlag von 8,2 Prozent auf 81,34 Euro ein Zwei-Jahreshoch und führten die Gewinnerliste im MDax an. “Hugo Boss ist weiter auf gutem Wege, einen erfolgreichen Turnaround seiner Marke zu schaffen”, kommentierten die Analysten von Hauck & Aufhäuser.

Nach einem enttäuschenden Unentschieden in der Fußball-Königsklasse Champions League warfen hingegen Anleger Aktien von Borussia Dortmund aus den Depots. Die Papiere sackten um 4,2 Prozent auf ein Zwei-Monats-Tief von 6,80 Euro ab. Damit waren sie im Kleinwertesegment SDax größter Verlierer. Die Dortmunder hatten am Mittwochabend im Heimspiel gegen Apoel Nikosia aus Zypern nur ein 1:1 geschafft. Damit droht dem Verein das Aus in der Champions League.

Der Lebensmittel-Lieferdienst Hellofresh feierte ein gelungenes Aktienmarktdebüt. Der erste Kurs wurde mit 10,60 Euro festgestellt, 3,4 Prozent über dem Ausgabepreis von 10,25 Euro.

rtr

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