Dax-Anleger nach kurzer Rast wieder in Rekordlaune – Airline-Aktien unter Druck

Auch der Nebenwerte-Index MDax knackte mit 27.002 Punkten seine bisherige Bestmarke. Der EuroStoxx50 notierte dagegen kaum verändert bei 3688 Zählern. “Das Umfeld für den deutschen Aktienmarkt bleibt mit dem schwachen Euro und den soliden Konjunkturdaten positiv”, sagte Marktanalyst Milan Cutkovic vom Brokerhaus AxiTrader. “Kurzfristig ist mit einem weiteren Kursanstieg zu rechnen.”

Gut kam bei Investoren auch die Ernennung von Jerome Powell zum Nachfolger von US-Notenbankchefin Janet Yellen an. Der 64-Jährige steht für Kontinuität in der Geldpolitik. “Mit ihm dürfte der von der Fed eingeschlagene Kurs gradueller Leitzinsanhebungen fortgesetzt werden”, sagte Analyst Dirk Gojny von der National-Bank. Powell stehe zudem einer etwas lockeren Regulierung des Finanzdienstleistungssektors offen gegenüber.

Der Dollar legte im Vergleich zu anderen Währungen zu. Dadurch schwächte sich der Euro um 0,1 Prozent auf 1,1643 Dollar ab. Eine günstigere Gemeinschaftswährung steigert die Wettbewerbschancen der exportfokussierten Firmen der Euro-Zone, deren Aktien legen daher in der Regel zu.

Mit Spannung warteten Devisenanleger auf die im Tagesverlauf anstehenden US-Arbeitsmarktdaten für Oktober. Sie erhoffen sich davon Hinweise auf den Zeitpunkt der nächsten Zinserhöhung der amerikanischen Notenbank. “Sollte unsere Prognose von 350.000 neu geschaffenen Stellen außerhalb des Agrarsektors zutreffen, könnte dies den Impuls für einen freundlichen Kurs der Aktienmärkte ins Wochenende liefern”, sagte Volkswirt Manfred Wolter von der Landesbank LBBW.

AIRLINE-AKTIEN UNTER DRUCK

Am Aktienmarkt deckten sich Anleger nach den Apple-Zahlen vom Donnerstag mit Papieren von Zulieferern des Smartphone-Herstellers ein. Dialog Semiconductor waren mit einem Kursplus von 4,1 Prozent unter den gefragtesten Werten im Technologie-Index TecDax. STMicroelectronics legten in Mailand um bis zu 2,2 Prozent auf ein 13 1/2-Jahres-Hoch von 20,88 Euro zu. Größter Gewinner im Dax waren die Aktien des Münchner Chipherstellers Infineon mit einem Plus von 1,8 Prozent.

Lufthansa rutschten dagegen im Sog des Rivalen Air France-KLM um 1,9 Prozent ab. Dessen Aktien kletterten nach Quartalszahlen zunächst auf den höchsten Stand seit sieben Jahren, brachen dann aber um mehr als zehn Prozent ein. Händler verwiesen darauf, dass das Management der französischen Airline konkrete Aussagen über künftige Sparmaßnahmen scheue. Die Aktien der British-Airways-Mutter IAG, die ihre Gewinnziele nach oben schraubte, gaben um 1,4 Prozent nach. Easyjet-Titel fielen um 2,6 Prozent.

An der Börse in Paris waren die Papiere von Renault mit einem Kursplus von 5,2 Prozent Top-Favorit. Der französische Staat verkaufte einen Teil seiner Aktien an dem Autobauer und hält nun noch 15 Prozent. Anleger spekulieren jetzt Händlern zufolge darauf, dass sich die Regierung im Elysee-Palast weiter zurückzieht.

Um drei Prozent bergab ging es in Paris dagegen für die Bank Societe Generale. Sie musste im dritten Quartal wegen höherer Rechtsstreitigkeiten in den USA einen Gewinnrückgang hinnehmen.

rtr

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