Trump-Auftritt macht Anleger mürbe – Allianz-Aktie und Stada begehrt

Die US-Börsen waren am Vorabend quasi unverändert aus dem Handel gegangen. “Nach der Rekordjagd stellen sich Ermüdungserscheinungen ein”, fasste ein Händler zusammen. Zudem verunsicherte der Auftritt von Trump auf einer Pressekonferenz am Donnerstag. “Sein sprunghaftes Auftreten untergräbt das Vertrauen der Investoren” betonte Vermögensverwalter Angus Gluskie von White Funds Management. Den ein oder anderen beschleiche der Verdacht, dass gerade die Rally an der Wall Street zuletzt ein wenig über sich selbst hinaus gewachsen sein könnte, betonte Marktanalyst Jochen Stanzl von CMC Markets. “Es ist aber auch die Enttäuschung darüber zu spüren, dass der US-Präsident bei seiner letzten Pressekonferenz nichts über seine angekündigten ‘phänomenalen’ Steuerpläne verlautbaren ließ.” Zudem hat Trump nach der Absage eines Kandidaten für den Posten des Sicherheitsberaters vier Wochen nach seinem Amtsantritt seine Regierung noch nicht zusammen.

ALLIANZ UND AEGON SIND ANLEGERS LIEBLINGE

Bei europäischen Anlegern kamen Milliardenausschüttungen der Allianz in Form eines Aktienrückkaufs und Dividendenzahlung gut an. Die Aktien waren mit einem Plus von 3,4 Prozent auf 163,80 Euro größter Dax-Gewinner. “Marktteilnehmer hatten nach Berichten über eine geplante Übernahme der australischen QBE Insurance nicht mehr von einem Aktienrückkauf zu träumen gewagt”, sagte ein Händler. “Jetzt ist er sogar größer ausgefallen als ursprünglich erhofft.”

Ein Gewinnsprung hievte auch den niederländischen Versicherer Aegon um rund vier Prozent auf ein Zwölf-Monats-Hoch. Dank Einsparungen und geringeren Schäden stieg der Vorsteuergewinn im abgelaufenen Quartal um 27 Prozent auf 554 Millionen Euro.

GEWINNMITNAHMEN BEI PEUGEOT – ABSATZ BREMST VW AUS

Kursverluste gab es vor allem bei Bankenwerten und im Autosektor. Ein Absatzrückgang auf dem weltgrößten Pkw-Markt in China bremste Volkswagen zu Jahresanfang aus. Im Januar seien weltweit rund fünf Prozent weniger Autos der Hauptmarke VW zu den Kunden gerollt. Peugeot-Aktien gaben 2,6 Prozent ab, nachdem sie in den vergangenen fünf Handelstagen rund sieben Prozent zugelegt hatten. Opel soll auch nach einem möglichen Verkauf an die Franzosen einem Medienbericht zufolge als eigenes Unternehmen erhalten bleiben. Dies habe die Chefin des amerikanischen Mutterkonzerns General Motors, Mary Barra, bei ihrem Besuch in Rüsselsheim am Mittwoch zugesagt, berichtete das “Manager-Magazin” am Freitag unter Berufung auf nicht näher bezeichnete Verhandlungskreise.

INVESTORENINTERESSE LÄSST STADA UND BOSS ABHEBEN

Für Fantasie sorgte der Bieterkampf um die Pharmafirma Stada. Nach Firmenangaben offeriert nunmehr ein dritter Bieter – bislang unverbindlich – einen Übernahmepreis von 58 Euro je Aktie und würde damit Finanzinvestor Cinven ausstechen. Stada-Aktien legten um 2,6 Prozent auf ein Rekordhoch von 57,70 Euro zu. “Ich kann mir vorstellen, dass demnächst die 60 Euro überwunden werden”, sagte ein Händler.

Auch bei Hugo Boss setzten Anleger weiter auf den Einstieg eines neuen Großaktionärs. Die Titel kletterten um 2,8 Prozent auf ein Zwölf-Monatshoch von 65,96 Euro, nachdem sie am Vortag 6,6 Prozent gewonnen hatten. Einem Magazinbericht zufolge ist Investor Albert Frere über seine Holding Groupe Bruxelles Lambert (GBL) mit knapp drei Prozent bei Boss eingestiegen.

rtr

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