ProSiebenSAT1-Aktie: Medien-Konzern mit Aufholpotenzial

Seit März vergangenen Jahres ist die Aktie von ProSiebenSAT1 im DAX vertreten. Und genau seitdem läuft sie der Markentwicklung weit hinterher. Während der deutsche Leitindex im vergangenen Jahr um rund sieben Prozent zulegen konnte, verlor die ProSiebenSat1-Notiz rund ein Fünftel ihres Wertes. Besonders einschneidend war der Kursverlust Anfang Dezember.

Anleger verübelten der Sendergruppe eine Kapitalerhöhung bei der 500 Millionen Euro eingesammelt wurden. Geld, mit dem der Medienkonzern sein zweites Standbein weiterentwickeln will. Die Erlöse aus der klassischen TV-Werbung schwanken nicht nur stark, tendenziell sind sie auch rückläufig. Deshalb setzt ProSiebenSat1 auf Wachstum im Digital-Geschäft.

Wie wichtig das ist zeigen die Zuschauerzahlen des Super Bowl. Das Finale zwischen den New England Patriots und den Atlanta Falcons verfolgten in der Spitze 1,7 Millionen Zuschauer am Fernsehgerät. Im Jahr zuvor waren es noch 1,8 Millionen. Das Endspiel konnte auch über Livestream am PC, Laptop oder Tablet verfolgt werden. Dort verzeichnete Sat.1 ein 50prozentiges Plus im Vergleich zum Vorjahr. Vor allem jüngere Menschen ziehen das Internet dem klassischen Fernsehen vor.

Zum Digital-Portfolio zählen beispielsweise die Vergleichsportale Verivox und preis24.de, der Online-Partnervermittlung Parship oder das Online-Reisebüro Etraveli. Im Januar gewann der Münchner Sender in Frankreich und Italien neue Partner für das Geschäft mit Online-Videos. Mit dem deutschen Modehändler Zalando ist der Medienkonzern eine Kooperation eingegangen, die darauf zielt Online-Werbung noch besser auf die Zielgruppen auszurichten. Das alles sollte auf längere Sicht mehr Umsatz und höhere Gewinne bringen.

Die Analysten bescheinigen der Aktie eine attraktive Bewertung und loben die starke Digitalaktivität der Münchner. Die Kursziele reichen bis 48 Euro. Eine Einschätzung die wohl auch The Capital Group teilt. Die US-Investmentgesellschaft gehört zu den größten auf der Welt. Und ProSiebenSAT1 ist für die Amerikaner keine Unbekannte. In den vergangenen Jahren hatten sie immer wieder größere Pakete auf- und wieder verkauft. Im Moment scheint The Capital Group auch eher von steigenden Kursen auszugehen. Die Investmentfirma hat kürzlich ihren Anteil von 5,24 Prozent auf 10,5 Prozent aufgestockt.

Mutige Investoren steigen über den Call ein und hebeln das mögliche Kurspotenzial. Wegen der geringen Kursschwankungen und der hohen Dividendenerwartung sind klassische Calls günstig. Der ausgewählte Call der HypoVereinsbank mit dem Basispreis bei 34 Euro notiert weit im Geld und hebelt Kurszuwächse mit Faktor 4,8. Knüpft der DAX-Titel bis Ende der Laufzeit des Calls an alte Spitzenkurse um 45 Euro an, würde sich das Derivat verdoppeln.

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