Harmonie bei Trump-Abe-Treffen gibt Anlegern neuen Mut

“Der US-Präsident vermied alle Anfeindungen, und vor allem wurde das empfindlich Thema Währungsentwicklung nicht angesprochen”, schrieben die Analysten der Metzler Bank. Die USA wollen die Beziehungen zu Japan vertiefen und die Sicherheit des Landes gewährleisten, sagte Trump nach einem Gespräch mit Abe am Freitag in Washington.

Am Devisenmarkt honorierten die Anleger dies mit Dollar-Käufen: Der Greenback stieg um 0,9 Prozent auf ein Zwei-Wochen-Hoch von 114,16 Yen. Zudem spekulierten die Anleger weiter auf den “phänomenalen” Steuerplan, den Trump vorige Woche angekündigt habe, erklärte Commerzbank-Analystin Esther Reichelt. An der Wall Street hatte dieses neuerliche Versprechen zum Wochenschluss die Kurse auf frische Allzeithochs getrieben.

In Europa bremste allerdings die Unsicherheit über die bald anstehenden Wahlen die Kauflaune. “Die europäischen Börsen sind gefangen zwischen der anhaltenden Euphorie aus den USA und den heimischen politischen Sorgen vor den Wahlen in den Niederlanden und in Frankreich”, sagte Thomas Altmann, Fondsmanager bei QC Partners. Der einstige Favorit im Rennen um das Präsidentenamt in Frankreich, der Konservative François Fillon, bekräftigte am Sonntagabend, trotz einer Korruptionsaffäre an seiner Kandidatur festhalten zu wollen. Die beiden Wahlrunden finden im April und Mai statt. In den Niederlanden wird schon am 15. März ein neues Parlament gewählt. Anleger fürchten, dass auch dort europafeindliche Kräfte Zuspruch erhalten.

STABILUS NACH UMSATZSPRUNG AN SDAX-SPITZE

Im deutschen Handel standen die im MDax gelisteten Aktien von Stada im Fokus: Gleich zwei Bieter haben dem Hersteller von Nachahmer-Arzneimittel zufolge Interesse an Stada. Einer davon sei der britische Finanzinvestor Cinven, der einen Preis von 56 Euro je Aktie in Aussicht gestellt habe. “Das ist ein sehr attraktives Angebot für Stada-Aktionäre”, sagte Analyst Ulrich Huwald von Warburg Research. “Wir glauben, die Chancen für eine tatsächliche Offerte sind deutlich gestiegen und ein Bieterwettkampf ist möglich”, sagte Kepler-Cheuvreux-Analyst Oliver Reinberg. Bei überdurchschnittlichem Umsatz stiegen die Titel um 14,9 Prozent auf ein Rekordhoch von 57,10 Euro.

Dies verhalf auch dem MDax auf ein frisches Allzeithoch von 23.239,24 Punkten.

Daneben standen Stabilus mit einem Plus von fünf Prozent im SDax ganz oben. Der größte Zukauf in der Firmengeschichte beschleunigt beim Auto- und Industriezulieferer das Wachstum. Lange Gesichter dagegen bei den Fans und Aktionären vom BVB : Die Titel verloren rund ein Prozent. Laut Händlern stimmt die Niederlage der Dortmunder im Bundesliga-Spiel gegen Darmstadt die Anleger skeptisch. “Am Dienstag müssen die Borussen ja nach Lissabon, und so richtig rund läuft es bei ihnen im Moment nicht.”

rtr

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