Europas Aktienanleger bleiben vorsichtig – Lufthansa-Aktie gefragt

Andere Experten trauten den US-Börsen ebenfalls nicht: “Bis jetzt haben Investoren großzügig darüber hinweg gesehen, dass Donald Trump Details zu seinen steuer- und wirtschaftspolitischen Plänen schuldig geblieben ist”, sagte Thomas Altmann, Fondsmanager bei QC Partners. “Dies dürfte sich schon bald ändern.” Erste Investoren zweifelten an der Nachhaltigkeit der Trump-Rally.

In New York hatten sich die großen Indizes am Mittwoch in nie dagewesene Höhen aufgeschwungen. Händler machten ermutigende Konjunkturdaten und Aussagen von US-Präsident Donald Trump zur Steuerpolitik für die Aktienkäufe verantwortlich. “Doch früher oder später wird die Fed die Zinsen wieder erhöhen und damit Konjunktur und Aktienbörse bremsen”, sagte ein Händler. Über den europäischen Märkten schwebe auch die Unsicherheit über die Wahlen in den Niederlanden, Frankreich und Deutschland. Anleger fürchten, europafeindliche Kräfte könnten Zulauf bekommen.

Zudem belaste auch der andauernde Poker um die Hilfe für Griechenland die Stimmung, sagte ein Börsianer. Die Geldgeber und die Regierung in Athen haben ihre Meinungsverschiedenheiten über die Erfüllung griechischer Reformzusagen bislang nicht überwunden. Von einem erfolgreichen Abschluss der aktuellen Prüfrunde hängt ab, ob Griechenland weitere Milliarden aus dem Hilfsprogramm über bis zu 86 Milliarden Euro erhält.

DEUTSCHE BÖRSE NACH BILANZDATEN IM PLUS

Zu den Gewinnern im Dax zählten die Titel der Deutschen Börse mit einem Plus von 0,9 Prozent. Ein brummendes Derivategeschäft hatte dem Börsenbetreiber 2016 höhere Gewinne beschert. Die Unsicherheit über die Fusion mit der London Stock Exchange (LSE) dämpfte aber die Kauflaune. Konzernchef Carsten Kengeter wies bei der Bilanzpressekonferenz den Vorwurf des Insiderhandels gegen sich als haltlos zurück. Eine große Hürde für den Zusammenschluss bleibt der Streit über den späteren Sitz der Holding.

Bei den Finanzwerten machten einige Anleger Kasse: Deutsche Bank und Commerzbank fielen um je rund ein Prozent, nachdem sie am Vortag noch zwei Prozent gewonnen hatten. Auch die meisten europäischen Banken gaben nach.

SKEPSIS ÜBER ZUSAMMENSCHLUSS MIT OPEL BREMST PEUGEOT

Im Rückwärtsgang waren auch die Autowerte unterwegs: Peugeot setzten in Paris die Konsolidierung vom Vortag fort und verloren 0,3 Prozent. Der von GM angestrebte Verkauf von Opel stößt vor allem in der deutschen Politik auf Widerstand. Bei Bekanntwerden der Verhandlungen hatten Peugeot am Dienstag noch kräftig zugelegt. Doch auch die meisten übrigen Autowerte wie VW flogen aus den Depots, obwohl der Pkw-Absatz in Europa zu Jahresbeginn stark zugelegt hat. Im Schnitt verlor der Sektor 0,4 Prozent.

Strahlende Gesichter gab es dagegen bei den Aktionären von Fluggesellschaften: Air France-KLM verdiente dank niedriger Treibstoffpreise 2016 mehr als erwartet – trotz der Streiks im Sommer bei Piloten und Kabinenpersonal. Die Aktien hoben um fast neun Prozent ab. Dies verlieh auch der Lufthansa – auch dort war 2016 gestreikt worden – neue Flügel: Die Aktien stiegen um 3,8 Prozent.

rtr

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