Euro-Anleger bekommen kalte Füße – Gea-Aktie hebt ab

“Die Verunsicherung nimmt bei den Anlegern deutlich zu”, sagte Portfoliomanager Thomas Altmann vom Vermögensberater QC Partners. Den Aktienmärkten half der schwächere Euro dagegen auf die Sprünge, da Waren von Unternehmen aus der Euro-Zone im Welthandel günstiger werden. Der Dax legte um 0,5 Prozent auf 11.562 Punkte zu, der EuroStoxx50 gewann 0,2 Prozent auf 3245 Zähler.

Vor allem die bevorstehenden Präsidentschaftswahlen in Frankreich trieben Anleger um. Der Renditeabstand zwischen der zehnjährigen Staatsanleihen aus Frankreich und der aus Deutschland stieg auf 78 Punkte und war damit so hoch wie zuletzt im November 2012. Anleger sorgen sich vor allem vor einem Erfolg der rechtsextremen Partei Front National mit ihrer Chefin Marine Le Pen. Die Umfragewerte ihres Rivalen, François Fillon, sind wegen einer Korruptionsaffäre eingebrochen. Der Kandidat der konservativen Partei, der lange als Favorit galt, soll seine Frau zum Schein angestellt und darüber Hunderttausende Euro aus der Staatskasse kassiert haben.

Le Pen will Frankreich aus der Euro-Zone herauslösen und eine Volksabstimmung über die EU-Mitgliedschaft abhalten. Die Analysten von JP Morgan rechnen damit, dass der Euro im Falle eines Wahlsiegs der 48-Jährigen um rund zehn Prozent zum Dollar abwerten könnte. “Dunkle Wolken also für das Europa, das wir kennen?”, schrieben die Experten der Metzler Bank in einem Kurzkommentar. “Ein potenziell europafeindlicher Wahlausgang lässt die Anleger wohl doch nicht kalt.”

Deviseninvestoren griffen daher verstärkt zum Dollar und zum Yen. Der Dollar-Index, der den Wert des “Greenback” zu anderen Währungen widerspiegelt, stieg um 0,8 Prozent auf 100,68 Punkte. So stark legte er an einem Tag zuletzt Anfang Januar zu. Die japanische Währung kletterte zum Dollar um 0,6 Prozent auf 112,41 Yen.

GEA SPRINGEN WEGEN AKTIENRÜCKKAUF AN MDAX-SPITZE

An den Aktienmärkten spielte die Musik bei den deutschen Rückversicherern. Münchener Rück waren mit einem Kursminus von 1,6 Prozent größter Verlierer im Dax. Der Konzern verdiente wegen höherer Schäden aus Naturkatastrophen eine halbe Milliarde Euro weniger, erhöhte aber die Dividende. Beim kleineren Rivalen Hannover Rück ging der Kurs dagegen um 1,5 Prozent nach oben. Der Gewinn des Unternehmen stieg 2016 stärker als erwartet.

Überflieger im MDax waren Gea mit einem Kursplus von 5,6 Prozent. Der Konzern, der Anlagen für die Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie baut, kündigte nach Umsatz- und Gewinnrückgängen für das laufende Jahr ein moderates Wachstum an und will Aktien zurückkaufen.

An der Börse in Paris brachen BNP Paribas um 4,5 Prozent ein, nachdem die größte französische Bank im vierten Quartal weniger verdient hat als erwartet. Die Papiere der Rivalen Societe Generale und Credit Agricole fielen im Sog von BNP um bis zu zwei Prozent.

Aktionäre warfen aus Enttäuschung über die Quartalszahlen von BP und Statoil Aktien der Ölförderkonzerne aus ihren Depots. BP fielen in London um 2,5 Prozent, Statoil in Norwegen um 1,5 Prozent.

Weitere Links:

  • Gea-Aktie
  • Dax-Realtimekurse im Überblick

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