Deutsche Bank-Aktie und Daimler bremsen Dax aus

Der Amtsantritt von Trump hatte weltweit an den Börsen Euphorie ausgelöst. Die Anleger setzten dabei vor allem auf massive Steuersenkungen und Infrastrukturmaßnahmen. Bei diesen beiden Punkten warte der Markt aber weiter auf Details.

Einige Börsianer macht allerdings auch der teils harsche Ton des neuen US-Staatsoberhaupts zu schaffen. Sie fürchten auch Handelskriege, die letztlich den Unternehmen schaden würden.

DEUTSCHE BANK RUTSCHEN ANS DAX-ENDE

Die rote Laterne im Dax hielten mit einem Abschlag von zeitweise 7,1 Prozent die Aktien der Deutschen Bank. Deutschlands größtes Geldhaus kommt nicht aus den roten Zahlen. Der Verlust fiel mit 1,4 Milliarden Euro wesentlich höher als gedacht aus. “Die Zahlen waren sehr schlecht. Die Euphorie vorher war wohl auch zu hoch, die Aktien haben schon zu viele Vorschusslorbeeren bekommen”, sagte ein Händler mit Blick auf die Kursentwicklung seit September. Nach dem Sturz auf ein Rekordtief von unter zehn Euro haben die Titel seither kontinuierlich zugelegt und zeitweise sogar fast wieder die 20-Euro-Marke erreicht.

Besonders belastet wurde der Dax auch von der Enttäuschung über Daimler, deren Aktien um ein mehrfaches schwerer als die der Deutschen Bank gewichtet sind. Daimler brachen um vier Prozent auf 67,11 Euro ein. Einige Börsianer kritisierten, dass die Dividende nicht erhöht worden sei. Anderen fehlte insgesamt ein positiverer Ausblick: Momentan sei es schwer abzusehen, wo beim Gewinn noch Wachstumsdynamik herkommen solle, sagte Analyst Arndt Ellinghorst von Evercore ISI. Bei dem Autobauer sind die Zeiten stürmischen Wachstums vorerst beendet.

FUSIONSPLÄNE VON RECKITT BENCKISER KOMMEN GUT AN

Dagegen machte Infineon den Anlegern mit seinen Zahlen Kauflaune. Die Titel des dem Chipherstellers stiegen um zwei Prozent. Glänzende Geschäfte mit der Autoindustrie hatten den Bayern einen überraschend guten Start ins neue Geschäftsjahr beschert. Analysten rechneten damit, dass das auch künftig so weitergehen wird.

In London löste Reckitt Benckiser mit seinen Fusionsplänen zeitweise einen Run auf seine Aktien aus: In der Spitze kletterten die Titel um mehr als fünf Prozent. Der Konsumgüterkonzern ist nach eigenen Angaben mit dem Babynahrungshersteller Mead Johnson Nutrition in fortgeschrittenen Fusionsverhandlungen. Mit dem Deal würde Reckit Benckiser – das Unternehmen stellt bislang Produkte wie Sagrotan oder Durex-Kondome her – nicht nur seine Präsenz in Asien stärken, sondern auch in ein völlig neues Geschäftsfeld vorstoßen.

rtr

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