Dax: Bilanzen von Siemens und Apple geben Börsen neuen Schwung

Die Firmen im Währungsraum schufen so viele Stellen wie zuletzt im August 2011.

“Die wirtschaftliche Expansion nimmt in der Euro-Zone Fahrt auf, Brexit hin oder Trump her”, sagte Folker Hellmeyer, Chefvolkswirt der Bremer Landesbank. Derweil äußerten sich die Chefs von Siemens und BMW, Joe Kaeser und Harald Krüger, indirekt zur Kritik des neuen US-Präsidenten Donald Trump an Deutschland: Kaeser riet zur Weltoffenheit und sagte, die jüngsten Abschottungstendenzen machten ihm Sorgen. Krüger bekräftigte, dass BMW an seiner Investitionsplanung in den USA und Mexiko festhalte.

FED-ZINSSITZUNG AM ABEND IM FOKUS

Trumps Wirtschaftsberater Peter Navarro hatte am Dienstag Deutschland vorgeworfen, sich mit einem relativ schwachen Euro Handelsvorteile zulasten der USA zu verschaffen. Dies hatte den Euro auf rund 1,08 Dollar geschoben.

Der Dollar hatte im vergangenen Jahr vor allem wegen der Spekulationen auf steigende US-Zinsen höher im Kurs gestanden. Da die US-Notenbank noch weitere Zinserhöhungen plant, gilt ein steigender Dollar an den Märkten als wahrscheinlich. Neue Erkenntnisse über den Kurs der Fed könnten am Nachmittag die Zahlen der privaten Arbeitsagentur ADP liefern, die einen Vorgeschmack auf den offiziellen US-Arbeitsmarktbericht am Freitag geben. Von der Stellenmarkt-Entwicklung hat die Fed ihre Zinspolitik abhängig gemacht. Zudem steht am Abend die Zinsentscheidung der Notenbank und ihre Begründung auf den Terminkalendern. Eine Zinsänderung wurde allerdings nicht erwartet.

VOLVO NACH ZAHLEN AUF DER ÜBERHOLSPUR

In den Fokus der Anleger rückte Apple. Der US-Konzern hatte im Weihnachtsquartal mehr Smartphones verkauft als Experten erwartet hatten. Einige Analysten erhöhten noch in der Nacht ihre Kursziele. Im nachbörslichen US-Handel zogen die Aktien um drei Prozent an. Auch in Frankfurt notierten die Titel drei Prozent höher.

Siemens überraschte die Anleger ebenfalls positiv: Vorstandschef Joe Kaeser hob trotz eines Auftragsknicks im ersten Quartal die Jahresprognose an. Die Titel des Dax-Schwergewichts schnellten um fünf Prozent auf ein 16-1/2-Jahres-Hoch von 122 Euro nach oben. Im Dax und EuroStoxx50 standen die Aktien damit unangefochten an der Spitze.

In Stockholm überzeugte Volvo die Anleger mit seinen Zahlen und einer Erhöhung der Marktprognose. Die Aktien stiegen um 7,8 Prozent auf 120,40 Kronen.

Einige Anleger nutzten die guten Firmenbilanzen auch zu Gewinnmitnahmen: So fielen Wacker Chemie nach der Bilanzvorlage um bis zu 3,6 Prozent auf 107,60 Euro und waren das Schlusslicht im MDax.

rtr


boerse-online.de