Börsen in Europa mit angezogener Handbremse unterwegs – HeidelCement-Aktie gibt nach

“Die europäischen Börsen befinden sich im Spannungsfeld zwischen der anhaltenden Trump-Euphorie einerseits und den heimischen politischen Sorgen vor den Wahlen in den Niederlanden und in Frankreich andererseits”, sagte Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners. Investoren fürchten sich davor, dass bei den Wahlen rechtsgerichtete und europakritische Parteien Oberhand gewinnen.

Die Stimmung dämpfte auch das schwächer als erwartet ausgefallene Wirtschaftswachstum in Deutschland Ende 2016. Zwar legte das Bruttoinlandsprodukt im Schlussquartal um 0,4 Prozent gegenüber dem Vorquartal zu, doch Analysten hatten speziell im Oktober und November mit mehr gerechnet. “Das war nicht der erhoffte starke Jahresausklang”, sagte DekaBank-Volkswirt Andreas Scheuerle. Negativ sei auch, dass der private Konsum und die Exporte nur verhalten zugenommen hätten. Commerzbank-Ökonom Jörg Krämer ist dennoch zuversichtlich für das erste Quartal 2017. “Die auf Umfragen basierenden Stimmungsindikatoren sind in den vergangenen Monaten deutlich gestiegen, auch die Auftrageingänge weisen im Trend nach oben.”

DOLLAR-ANLEGER GEHEN AUF NUMMER SICHER VOR YELLEN-REDE

Für Schwung an den Aktienmärkten könnte im Tagesverlauf US-Notenbankchefin Janet Yellen sorgen. Sie spricht vor dem Bankenausschuss des Senats und Anleger warten auf Hinweise darauf, ob bereits im März eine Zinserhöhung kommt. Der Chef der Zentralbank von Dallas, Robert Kaplan, sagte am Montag, die Währungshüter sollten eher früher als später handeln und die Zinsen erhöhen. “Die US-Wirtschaft steht derzeit auf festen Füßen und dürfte mit einer Zinsanhebung keine Probleme haben”, sagte Marktanalyst Markus Huber vom Brokerhaus City of London. “Aber es ist noch nicht absehbar, wohin die Wirtschaft der USA mit ihrem neuen Präsidenten steuert und wie sich seine Politik auf Wachstum, Arbeitsmarkt und Inflation auswirken.”

Devisenanleger gingen im Vorfeld der Rede auf Nummer sicher und verkauften Dollar. Der Dollar-Index, der den Wert des “Greenback” zu anderen wichtigen Währungen widerspiegelt, fiel um bis zu 0,3 Prozent auf 100,70 Zähler. Händlern zufolge spielte auch der Rücktritt von Trumps Sicherheitsberater Michael Flynn eine Rolle.

ROLLS ROYCE FALLEN NACH REKORDVERLUST ANS “FOOTSIE”-ENDE

Auf Seiten der Firmen enttäuschte HeidelbergCement seine Aktionäre mit einem schwachen Geschäftsverlauf im vergangenen Jahr. Der Baustoffkonzern steigerte zwar seinen Vorsteuergewinn, machte aber weniger Umsatz und begründete das mit schlechtem Wetter. Die Aktien waren mit einem Kursabschlag von 2,3 Prozent mit Abstand größter Dax-Verlierer.

An der Börse in Paris nährten Zeitungsberichte Spekulationen auf Fusionen im französischen Telekomsektor. Orange, SFR, Bouygues und Iliad legten je rund zwei Prozent zu.

Bergab ging es dagegen für Rolls Royce in London. Sie sackten um fünf Prozent ab, nachdem der Triebwerkshersteller 2016 einen Rekordverlust von 4,6 Milliarden Pfund einfuhr.

rtr

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