Bankenwerte ziehen Europas Börsen und Dollar hoch

US-Notenbankchefin Janet Yellen hatte bei einer Anhörung vor dem Kongress am Dienstag die Finanzmärkte auf bald steigende Zinsen vorbereitet. Ein solcher Schritt sei auf einer der nächsten Sitzungen “wahrscheinlich angebracht”. “Das haben die Investoren wohl nicht unbedingt so erwartet”, schrieben die Analysten der Essener Nationalbank in ihrem Marktkommentar. Dies drückte den Euro auf ein Fünf-Wochen-Tief von 1,0548 Dollar. Yellen wird am Nachmittag erneut vor einem Kongressausschuss sprechen.

Zudem setzten auch hierzulande die Anleger auf die von Donald Trump versprochenen Konjunkturspritzen. Der US-Präsident kommt am Mittwoch mit den Chefs einiger Einzelhandelskonzerne zusammen. Die Gespräche zielten auf Steueränderungen und die Infrastruktur ab, sagten Insider.

DEUTSCHE BANK UND COMMERZBANK AN DAX-SPITZE

Im Dax führten Deutsche Bank mit einem Plus von über drei Prozent die Gewinnerliste an. Commerzbank legten zwei Prozent zu. Bei den europäischen Banken standen die spanische BBVA und die französische Societe Generale mit Kursgewinnen von drei und zwei Prozent ganz oben. Die Anleger hoffen, dass mit einem Ende der Nullzinspolitik zumindest in der weltgrößten Volkswirtschaft die lange Durststrecke für die Geldhäuser zu Ende geht.

Erleichterung zudem bei den Aktionären der Credit Agricole : Frankreichs größte Filialbank schwächelt zwar auf dem Heimatmarkt, doch sank der Nettogewinn im Schlussquartal 2016 weniger stark als befürchtet. Die Titel stiegen um 5,7 Prozent auf 12,43 Euro und waren damit in Paris der Favorit im Auswahlindex CAC40.

Schlusslicht im EuroStoxx waren Air Liquide mit einem Abschlag von rund zwei Prozent. Der Linde -Konkurrent konnte mit seinen Geschäftszahlen nicht punkten. Auch die Titel des deutschen Industriegasekonzerns rutschten ab.

In Paris trugen die Aktien von Peugeot die rote Laterne: Nach einem Plus von über vier Prozent am Dienstag rutschten die Aktien um bis zu 3,1 Prozent ab. Die Chefin des Opel-Mutterkonzerns General Motors informiert die Führung des deutschen Autobauers am Mittwoch über den möglichen Verkauf von Opel an Peugeot. Barra sei derzeit zu Gesprächen mit dem Opel-Team in der Zentrale in Rüsselsheim, sagte ein Sprecher des Unternehmens. Peugeot-Anleger könnte die Sorge vor zu vielen Zugeständnissen verschrecken, kommentierte ein Börsianer den Abschlag der Peugeot-Aktien.

SDAX ERSTMALS ÜBER 10.000 PUNKTE

Der MDax setzte seinen Rekordkurs fort und stieg um 0,5 Prozent auf 23.403 Zähler. Dabei standen mit einem Plus von bis zu 5,2 Prozent die Aktien des Auto- und Industriezulieferers Norma ganz oben. Der mit schwierigen Geschäften auf dem US-Lkw-Markt kämpfende Konzern hatte die Anleger mit seinen Geschäftszahlen überzeugt. Gebremst wurde der Index von Gerresheimer, die nach enttäuschenden Zahlen vier Prozent verloren.

Der SDax stieg um 0,4 Prozent auf die Bestmarke von 10.014 Zählern und notierte damit erstmals über der Marke von 10.000 Punkten. Top-Favorit waren Patrizia Immobilien mit einem Plus von zeitweise 4,7 Prozent. Der Konzern hatte die erst vor drei Monaten erhöhte Gewinnprognose noch übertroffen.

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