Anleger laufen sich für US-Arbeitsmarktbericht warm – Infineon-Aktie und Conti steigen

Die Stimmung in den europäischen Unternehmen ist laut Helaba-Analyst Ulrich Wortberg weiterhin gut. “Es deutet sich eine solide konjunkturelle Entwicklung zu Jahresbeginn an.” Dank der Aussicht auf bessere Geschäfte stellen die Firmen in der Euro-Zone so stark ein wie seit neun Jahren nicht mehr.

Für die USA sagen Experten die Schaffung von 175.000 neuen Stellen im Januar voraus, nach einem Plus von 156.000 im Vormonat. “Auch ein Wert von mehr als 200.000 ist durchaus möglich”, betonte Anlagestratege Michael Hewson vom Brokerhaus CMC Markets und verwies auf die überraschend starken Zahlen der privaten US-Arbeitsagentur ADP am Mittwoch.

Ein starker Job-Aufbau würde zwar Spekulationen auf raschere US-Zinserhöhungen schüren, sagte Aktienhändler Markus Huber vom Brokerhaus City of London. “Das wäre aber nicht unbedingt schlecht für Aktien, da eine schneller wachsende US-Konjunktur dem negativen Effekt, den eine Zinsanhebung vielleicht mit sich bringt, widerstehen kann.”

TRUMP HÄLT ANLEGER AUF TRAB

Unterdessen sorgten die wachsenden Spannungen zwischen den USA und Iran für Unruhe. Insidern zufolge plant die Regierung des US-Präsidenten Donald Trump neue Sanktionen gegen die Islamische Republik, nachdem diese am Wochenende eine Mittelstreckenrakete getestet hatte. Der Westen hatte Handelsbeschränkungen vor etwa einem Jahr gelockert und damit unter anderem die Rückkehr iranischen Öls auf den Weltmarkt ermöglicht. “Die Wende in der Außenpolitik der Vereinigten Staaten könnte dies gefährden”, betonte Marktanalyst Milan Cutkovic vom Brokerhaus AxiTrader. Vor diesem Hintergrund verteuerte sich die Ölsorte Brent aus der Nordsee am Freitag um bis zu ein Prozent auf 57,12 Dollar je Barrel (159 Liter).

KAUFEMPFEHLUNG BEFLÜGELT CONTI – MICHELIN AUCH GEFRAGT

Bei den Unternehmen stach Continental mit einem Kursplus von bis zu 4,6 Prozent auf 195 Euro heraus. Die Analystin Lucile Leroux von der US-Bank Goldman Sachs empfahl die Papiere des Autozulieferers zum Kauf und hob das Kursziel auf 219 von 181 Euro an. Die geplante Überprüfung der Sparte Powertrain für Antriebskomponenten werde der Aktie Schub verleihen. Gleichzeitig sagte Leroux ein anhaltend robustes Reifen-Geschäft voraus.

In Paris gewannen Michelin zeitweise sogar 5,5 Prozent. Der Conti-Rivale hob die Preise für seine Autoreifen in Europa um acht Prozent an. Vor wenigen Tagen hatte die französische Firma einen ähnlichen Schritt in Nordamerika angekündigt.

Am Tag nach Vorlage überraschend starker Geschäftszahlen setzten Infineon ihren Höhenflug fort. Die Papiere des Chip-Herstellers legten zeitweise um 1,2 Prozent zu und markierten mit 17,76 Euro den dritten Tag in Folge ein 15-Jahres-Hoch. Sie profitierten dabei Händlern zufolge von zahlreichen positiven Analystenkommentaren und unerwartet guten Zahlen des US-Konkurrenten Cypress.

rtr

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