Wieder steigender Euro bremst Aktienbörsen aus – Gold gefragt

Auftrieb erhielt der Euro von den am Mittwochabend veröffentlichten Protokollen der Fed-Sitzung vom Dezember. Darin signalisierten die US-Notenbanker zwar Bereitschaft, die Zinsen bei Bedarf rascher anzuheben als bislang signalisiert. Allerdings betonten sie laut Commerzbank-Analystin Esther Reichelt gleichzeitig, dass der Konjunkturausblick mit erheblichen Unsicherheiten behaftet ist. “Gleich mehrfach wird auf die negativen Folgen einer weiteren Dollar-Aufwertung hingewiesen. Ein stärkerer Dollar könnte sowohl die Wirtschaftsaktivität dämpfen als auch die Rückkehr der Inflation zum Zwei-Prozent-Ziel der Fed gefährden.”

TRUMP VERUNSICHERT BÖRSIANER – “SICHERER HAFEN” GOLD GEFRAGT

Neben der Euro-Stärke laste auch die Diskussion um US-Importzölle auf der Stimmung, betonte Marktanalyst Heino Ruland von Ruland Research. “Diese hätten nachhaltig negative Auswirkungen auf Exportnationen wie Deutschland.” Der künftige US-Präsident Donald Trump hatte am Dienstag General Motors (GM) attackiert, weil die Opel-Mutter in Mexiko produzierte Fahrzeuge steuerfrei in die USA importiert. GM-Konkurrent Ford strich daraufhin Milliarden-Investitionen im Nachbarland.

Wegen dieser Unsicherheiten griffen Investoren nach Ansicht von Analyst Jeffrey Halley vom Brokerhaus Oanda verstärkt zu der als sicher geltenden Anlage Gold. “Schließlich ist die Amtseinführung des neuen US-Präsidenten Donald Trump nur noch rund zwei Wochen entfernt und es gibt einige Bedenken wegen seiner politischen Pläne.” Trump will unter anderem ein schuldenfinanziertes Konjunkturprogramm auflegen und Billig-Importe mit Strafzöllen belegen. Dies könnte die Inflation in die Höhe treiben.

DEUTSCHE BANK SETZEN ERHOLUNGSKURS FORT – PERSIMMON GEFRAGT

Zu den Favoriten am deutschen Aktienmarkt gehörten erneut Deutsche Bank, deren Papiere sich um 1,7 Prozent verteuerten. Finanzwerte profitierten Börsianern zufolge weiter von Spekulationen auf eine lockerere staatliche Aufsicht in den USA. Dies gelte vor allem für diejenigen Institute mit einem großen Standbein jenseits des Atlantik.

In London legten Persimmon sogar um 5,2 Prozent zu. Dem Brexit-Referendum und der dadurch ausgelösten Verunsicherung zum Trotz steigerte der zweitgrößte britische Eigenheimbauer den Umsatz 2016 um acht Prozent. Der Überschuss werde am oberen Ende der Erwartungen liegen. Im Windschatten von Persimmon legten die Konkurrenten Barratt Development und Taylor Wimpey um jeweils etwa drei Prozent zu.

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