Siemens-Aktie: Die Drei-zu-Eins-Chance

Morgen findet die Hauptversammlung bei Siemens statt und am Donnerstag gibt es dann den Dividendenabschlag von wohl 3,50 Euro je Aktie. Natürlich muss man diesen Faktor beim Kauf von exotischen Optionsscheinen berücksichtigen. Schlauer als der Markt kann man dabei aber natürlich nicht sein, in den Kursen ist das längst eingepreist.

Wer also denkt, gerade jetzt einen Stay-Low zu kaufen, oder einen Inliner mit engerer oberer Schwelle, und dabei einen Sonder-Reibach zu machen, hat die Rechnung ohne den Wirt, in diesem Fall dem Emittenten gemacht. Nichtsdestotrotz gibt es auf die Siemens-Aktie interessante Inliner, die man auch heute kaufen kann. Schauen wir uns das Angebot einmal an und konzentrieren uns auf die im März endenden Scheine.

Bei der SocGen gibt es 29 Siemens-Inliner mit unterer Schwelle bei maximal 108,00 Euro, wo der mittelfristige Aufwärtstrend gebrochen wäre. Nur zwei davon bieten mehr als 40 Prozent Potenzial, wobei der Schein SGM8W4 mit erlaubter Range 108/122 Euro und 138-Prozent-Chance klar vorne liegt. Gefahr hier: mit den morgigen Zahlen kommt es noch einmal zu einer Rally der Aktie über das bisherige Jahreshoch 120,50 Euro hinaus, wodurch uns dann der Dividendenabschlag übermorgen auch nichts mehr nützen würde.

Der Blick zu den beiden anderen einschlägigen Emittenten offenbart, dass bei der Commerzbank unter den fünf in Frage kommenden Siemens-Inlinern nichts Interessantes dabei ist, durchaus aber bei der HVB: von 21 in Frage kommenden Scheinen weisen zwe Stück mehr als 40 Prozent Gewinnmöglichkeit auf, wobei hier der Inliner HU758W vorne liegt: plus 78 Prozent innerhalb der breiteren Spanne 105 bis 125 Euro.

Für welchen der beiden Scheine man sich entscheidet ist Geschmackssache. Wir wählen als Trading-Tipp jenen der HVB und platzieren einen ersten Stop loss bei 4,80 Euro und damit deutlich unter dem Ein-Wochen-Tief des Scheins. Das sorgt für ein Risiko von lediglich 15 Prozent. Gewinnmitnahmen werden dagegen bei einem Plus von knapp 50 Prozent auf 8,40 Euro angepeilt, was bei Zeitwertgewinnen und einem Seitwärtspendeln um die 115er-Zone bereits Ende Februar, Anfang März möglich sein sollte.

Stefan Mayriedl schreibt seit 1997 über die Finanzmärkte und gehört zum festen Autorenstamm von BÖRSE ONLINE. Der diplomierte Volkswirt hat sich auf Charttechnik und Derivate spezialisiert. Seit 2010 ist er zudem Chefredakteur des Börsenbriefs smartanlegen.

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