Nahende Trump-Pressekonferenz treibt Puls der Anleger

Aus diesem Grund hielten sich viele Anleger mit Engagements zurück. Dax und EuroStoxx50 notierten jeweils kaum verändert bei 11.604 und 3305 Punkten. Der Euro verbilligte sich leicht auf 1,0513 Dollar.

“Investoren sind begierig zu hören, wie er die immer wieder versprochenen Steuererleichterungen, Infrastrukturmaßnahmen, fiskalische Impulse, Deregulierungen umsetzen will und wie seine konkrete Position zur Außenpolitik inklusive der Zukunft des Freihandels ist”, schrieben die Analysten der Essener National-Bank in einem Kommentar. “Ob er jedoch ein stringentes Konzept vorlegen wird, ist zu bezweifeln. Vermutlich wird es wieder Stückwerk geben, das erneut viel Spielraum für Interpretationen zulässt.”

Daher nahmen einige Anleger Kurs auf als sicher geltende Häfen. Dies verhalft dem Bund-Future, der auf der zehnjährigen Bundesanleihe basiert, zu einem Kursplus von bis zu 55 Ticks auf 163,67 Punkte. Die “Antikrisen-Währung” Gold kostete mit 1191,32 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm) zeitweise so viel wie zuletzt vor sechs Wochen.

LONDONER BÖRSE AUF REKORDKURS – PFUND STERLING UNTER DRUCK

Unterdessen fiel das Pfund Sterling wegen der unsicheren Aussichten für das künftige Verhältnis zwischen Großbritannien und der Europäischen Union auf ein Zweieinhalb-Monats-Tief von 1,2094 Dollar. Da diese Abwertung Waren britischer Firmen auf dem Weltmarkt wettbewerbsfähiger macht, stieg der den Londoner Auswahlindex FTSE auf ein Rekordhoch von 7293,26 Punkten. Damit steuerte er auf den zwölften Tagesgewinn in Folge zu – ebenfalls ein Rekord. “Eine schwächere Währung ist genau das, was sich viele Nationen wünschen”, sagte Analyst Neil Wilson vom Brokerhaus ETX Capital. Die weitere Entwicklung des Pfund hänge davon ab, ob es zu einem “sanften” oder “harten” Brexit komme. Bei letzterem würde Großbritannien bei dem geplanten Ausstieg aus der EU den Zugang zum Binnenmarkt verlieren.

“DIESELGATE”-VERGLEICH TREIBT VW – SAINSBURY GEFRAGT

Auf Unternehmensseite stand Volkswagen im Rampenlicht. Der Autobauer ist in der Affäre um manipulierte Abgaswerte bei den Vergleichsverhandlungen mit den US-Behörden auf die Zielgerade eingebogen. Die Einigung umfasse Bußgelder und Strafen im Volumen von 4,3 Milliarden Dollar. VW-Aktien stiegen dennoch um bis zu 4,2 Prozent und waren mit 152,15 Euro so teuer wie zuletzt Mitte September, als der Skandal publik wurde. Anleger seien erleichtert, dass dieses Damokles-Schwert entfernt werde, schrieb Analyst Arndt Ellinghorst von der Investmentbank Evercore ISI. Außerdem sei die wirtschaftliche Belastung beherrschbar.

In London stiegen die Aktien von Sainsbury zeitweise sogar um 7,1 Prozent. Der zweitgrößte britische Lebensmittel-Einzelhändler steigerte seinen Umsatz zum Jahresende 2016 überraschend. Angesichts des starken Weihnachtsgeschäfts für die Branche insgesamt sei das Plus von 0,1 Prozent allerdings unterdurchschnittlich, warnte ETX-Experte Wilson. Offenbar verliere Sainsbury Marktanteile an den Konkurrenten Tesco.

rtr

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