Gewinnmitnahmen bremsen Kauflaune an Europas Börsen – Ölpreis steigt

Doch viele Anleger waren vorsichtig, so dass beide Indizes am späten Vormittag wieder nahe ihrer Vortagesschlussstände notierten. “Die Investoren wollen nun wissen, wie es in New York weitergeht”, sagte ein Händler. Schließlich sei der Dow-Jones-Index kurz vor dem Jahreswechsel mehrmals an der 20.000-Punkte-Marke gescheitert.

Die Wall Street wird am Dienstag erstmals im neuen Jahr die Tore öffnen. Am Montag waren New York und London geschlossen geblieben. Am britischen Markt folgten die Anleger den guten Montagsvorgaben vom Kontinent und trieben den Footsie um 0,9 Prozent auf ein frisches Allzeithoch von 9692,99 Punkte.

Unterstützung bekam der Markt vor allem aus China: Der Caixin/Markit-Einkaufsmanagerindex war überraschend stark auf den höchsten Stand seit Januar 2013 geklettert. Dies hatte die Börsen in Shanghai um ein Prozent in die Höhe getrieben und die Erinnerung an den Crash vor einem Jahr weiter verblassen lassen. Im Januar 2016 hatte der Dax den schlechtesten Jahresauftakt in seiner Geschichte zu verkraften. Dennoch hatte er 2016 mit einem Plus von sieben Prozent beendet.

FÖRDERKÜRZUNG TRAT AM MONTAG IN KRAFT – ÖLPREISE STEIGEN

Auch der Handel mit Öl-Kontrakten wurde am Dienstag nach der Neujahrspause wieder aufgenommen: Die ab Jahresbeginn geplanten Förderkürzungen durch die Opec und Russland trieben die Preise für Nordseeöl der Sorte Brent um 1,8 Prozent auf 57,85 Dollar je Barrel (159 Liter). US-Leichtöl WTI verteuerte sich um 1,1 Prozent auf 54,32 Dollar. “Die Anleger spekulieren darauf, dass das Überangebot an Öl bald verschwindet”, sagte ein Händler in London.

Auch andere Rohstoffe waren wieder gefragt: So verteuerte sich in London Kupfer um 1,5 Prozent auf 5616 Dollar je Tonne. Anleger setzten darauf, dass bei einer anziehenden Konjunktur in China die Nachfrage nach dem im Bau benötigten Metall steigen wird. Im vergangenen Jahr hatten sowohl Kupfer als auch Öl die Talfahrt der Vorjahre beendet: Kupfer hatte sich um 17,6 Prozent verteuert, Öl aus der Nordsee sogar um über 50 Prozent.

EURO-SCHWÄCHE STÜTZT VOR ALLEM AUCH KLEINERE EXPORTFIRMEN

Im deutschen Handel waren zudem die Aktien von Unternehmen aus der zweiten und dritten Börsenliga gefragt: MDax und SDax stiegen um je 0,6 Prozent auf neue Allzeithochs von 22.541,91 und 9692,99 Punkte. Der ebenfalls stark auf den Export fokussierte deutsche Mittelstand könnte von der Euro-Schwäche stärker als die großen Unternehmen profitieren, sagte ein Händler. Spekulationen auf bald stärker steigende US-Zinsen drückten den Euro um fast einen halben US-Cent auf 1,0417 Dollar. Mit dem niedrigeren Wechselkurs verbessern sich für die Exporteure die Wettbewerbschancen auf dem Weltmarkt.

Im TecDax machten weiter Medigene Furore: Die Aktien der Biotechfirma stiegen um 8,2 Prozent auf 13,95 Euro und lagen damit so hoch wie zuletzt im April 2015. Offenbar sei durch die Rückkehr in den TecDax im Dezember bei vielen Fonds die Aktie wieder ins Rampenlicht gerückt, sagte ein Händler.

rtr

Weitere Links:

  • Dax-Realtimekurse

boerse-online.de