Europas Börsen nehmen Trump-Rally wieder auf – Deutsche Bank-Aktie an Dax-Spitze

“Für einen Moment wird die Unsicherheit über den Kurs des neuen US-Präsidenten Donald Trump scheinbar ausgeblendet”, sagte CMC-Markets-Analyst Jochen Stanzl. Allerdings hänge nun einiges von den US-Börsen ab. Schließlich habe der Dow-Jones-Index bislang die 20.000er Marke nicht knacken können.

Auch ein enttäuschend schwach ausgefallener Ifo-Index konnte den Dax nicht bremsen. Das Geschäftsklima in den deutschen Chefetagen hatte sich im Januar überraschend eingetrübt. Die Führungskräfte beurteilten ihre Geschäftslage besser, die Aussichten für die kommenden sechs Monate hingegen schlechter als zuletzt.

MEXIKANISCHER PESO TROTZ TRUMP-ANKÜNDIGUNG STABIL

Die Anleger setzten dagegen auf große Bauprogramme in den USA, von denen auch deutsche Unternehmen wie HeidelbergCement profitieren würden, sagte ein Händler. Daher zählten die Papiere des Baustoffkonzern mit einem Plus von 2,7 Prozent zu den größten Dax-Gewinnern. “Die Trump-Rally ist wieder da”, sagte ein Börsianer. Nach der Wahl des Republikaners hatten die Märkte weltweit stark zugelegt, da die Anleger sich von Trump ein besseres Marktumfeld erhofften.

Auch der mexikanische Peso zeigte sich ungerührt von der Aussicht auf eine stärkere Abschottung der USA. Trump kündigte in einer Twitter-Botschaft den Bau einer Mauer an der Grenze zu Mexiko an. Der Peso notierte kaum verändert.

SANTANDER NACH ZAHLEN AUF 17-MONATS-HOCH

Zu den größten Dax-Gewinnern zählten die Aktien der Deutschen Bank mit einem Plus von 3,4 Prozent auf 18,96 Euro. Deutschlands größtes Geldhaus erwägt nach Aussagen von Insidern im Rahmen seiner neuen Strategie einen Teilbörsengang der Vermögensverwaltung, die als Perle der Bank gilt. Analysten taxieren die Sparte auf rund acht Milliarden Euro – etwa ein Drittel des aktuellen Börsenwertes der gesamten Deutschen Bank. Selbst ein Teilverkauf würde die Kapitaldecke der Deutschen Bank aufpolstern.

Auch die meisten übrigen europäischen Banken legten zu – allen voran Santander, die von überraschend guten Bilanzzahlen profitierten und 5,3 Prozent auf ein 17-Monats-Hoch von 5,43 Euro stiegen. Im Schnitt stiegen die europäischen Banken um rund zwei Prozent.

In der Schweiz legten die Aktien von Logitech 17,5 Prozent zu. Der Computer-Zubehörhersteller hatte seine Umatz- und Gewinnprognose angehoben.

rtr

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