Europas Börsen auf Erholungskurs – FTSE-Rekordserie hält

Weitere größere Gewinne seien nicht zu erwarten, sagten Börsianer. Dazu wiege die Enttäuschung darüber, dass der künftige US-Präsident Donald Trump bei seiner Pressekonferenz am Mittwoch keine Details zu seinem Konjunkturprogramm genannt hat, noch zu schwer. “Trump versprach wie immer viel”, urteilte Commerzbank-Analyst Lutz Karpowitz. “Höhere Staatsausgaben und niedrigere Steuern gehörten diesmal nicht dazu. Irgendwann wird Trump liefern müssen.”

Die US-Konjunkturdaten am Nachmittag könnten die Anlegerstimmung aber aufhellen, betonte Aktienhändler Markus Huber vom Brokerhaus City of London. “Sollten die Einzelhandelsumsätze stark ausfallen, wäre es keine Überraschung, wenn der Dow Jones wieder an der 20.000er-Marke schnuppert und vielleicht sogar darüber schließt.” Der US-Standardwerteindex war in den vergangenen Wochen mehrfach an dieser Hürde gescheitert.

FTSE MIT SECHSTEM REKORDHOCH IN NEUN HANDELSTAGEN

Unabhängig davon hielt die Serie des FTSE : Der Londoner Auswahlindex stieg den 14. Tag in Folge – so häufig wie noch nie. Dabei markierte er mit 7329,29 Punkten zum sechsten Mal innerhalb von neun Handelstagen ein Rekordhoch. Der britische Aktienmarkt profitiere weiterhin von der Schwäche des Pfund Sterling, sagte Michael Hewson, Chef-Anlagestratege für Großbritannien beim Brokerhaus CMC Markets. Die Währung verteuerte sich am Freitag zwar auf 1,2218 Dollar, notierte damit aber immer noch knapp 20 Prozent unter dem Niveau vor dem Brexit-Referendum. Die Abwertung des Pfund macht britische Waren auf dem Weltmarkt wettbewerbsfähiger.

Am Anleihemarkt trennten sich einige Investoren von italienischen Anleihen. Dies trieb die Rendite der zehnjährigen Titel auf 1,916 von 1,891 Prozent. Nach der gescheiterten Verfassungsreform überprüft DBRS die Kreditwürdigkeit des südeuropäischen Landes. Sollte die kanadische Rating-Agentur die Bonitätsnote senken, müssten Banken für die von ihnen gehaltenen italienischen Bonds höhere Sicherheitsleistungen hinterlegen. Die Entscheidung wurde für den Abend (MEZ) erwartet.

FMC LANDET PUNKTSIEG GEGEN US-BEHÖRDE – FIAT LEICHT ERHOLT

Auf Unternehmensseite stand unter anderem Fresenius Medical Care (FMC) im Rampenlicht. Der Dialysekonzern erwirkte eine einstweilige Verfügung gegen eine Anordnung der Gesundheitsbehörde CMS, der zufolge Wohltätigkeitsorganisationen Dialyse-Patienten keine Behandlungszuschüsse mehr zahlen dürfen. FMC-Titel gewannen 0,6 Prozent.

In Mailand legten Fiat Chrysler sogar bis zu 7,6 Prozent zu. Am Donnerstag waren die Papiere des Autobauers allerdings um gut 16 Prozent eingebrochen – so viel wie noch nie. Auslöser war die Anschuldigung der US-Umweltbehörde EPA, Fiat habe eine illegale Software zur Manipulation der Abgaswerte eingesetzt. Fiat wies den Vorwurf zurück. Außerdem bekräftigte Firmenchef Sergio Marchionne die Geschäftsziele.

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