Europas Anleger vor Trump-Pressekonferenz nervös – VW-Aktie legt zu

Trump hatte im Wahlkampf Steuersenkungen und ein Infrastrukturprogramm versprochen. Zudem will er die Handelspolitik radikal umkrempeln. “Die Nervosität ist mit Blick auf einen möglichen unkonventionellen Trump-Auftritt aber hoch”, sagte BayernLB-Analyst Manuel Andersch.

Die Pressekonferenz beginnt um 17.00 Uhr MEZ kurz vor Handelsschluss an den großen europäischen Börsen. Zuvor wird der Markt Händlern zufolge wieder nach New York schauen, um zu sehen, wie der “Kampf” des Dow-Jones-Index mit der 20.000er Marke weiter geht. Der Weltleitindex ist bereits mehrfach an der Hürde gescheitert. Zudem werfe die Bilanzsaison ihre Schatten voraus, sagten Börsianer. Am Freitag lassen sich einige US-Banken, wie JPMorgan und Wells Fargo, in die Bilanzen schauen.

SAINSBURY MACHT ANLEGERN MIT WEIHNACHTSGESCHÄFT KAUFLAUNE

Im Dax standen angesichts der Aussicht auf eine Einigung mit den US-Justizbehörden im Dieselskandal die VW-Aktien im Fokus: Bis zu 2,3 Prozent auf 149,40 Euro legten VW zu. Viele Börsianer zeigten sich erleichtert darüber, dass es Fortschritte bei den Verhandlungen gibt – auch wenn diese mit weiteren milliardenschweren Belastungen einhergehen. Da die genaue Höhe noch nicht feststehe, seien Gewinnmitnahmen nicht auszuschließen, sagten Händler. Voraussichtlich soll VW 4,3 Milliarden Dollar an Bußgeldern und Strafzahlungen entrichten.

Zu den Top-Favoriten mit einem Plus von zwei Prozent zählten im Dax auch ProSiebenSat.1, die gleich von zwei Kaufempfehlungen profitierten. Auch RWE legten angesichts eines positiven Analystenkommentars rund drei Prozent zu und zählen damit im Dax zu den größten Gewinnern. E.ON folgten mit einem Plus von zwei Prozent.

In London stiegen die Aktien von Sainsbury’s um rund sechs Prozent: Die zweitgrößte britische Supermarktkette hatte die Prognosen für das Weihnachtsgeschäft übertroffen. In Paris stiegen nach der Vorlage von Absatzzahlen Peugeot um rund zwei Prozent. Die Aktien des Versorgers Engie fielen nach der Platzierung von Aktien durch den französischen Staat um 3,6 Prozent, womit sie im EuroStoxx50 die rote Laterne hielten.

TÜRKISCHE LIRA FÄLLT IMMER TIEFER

In Istanbul beschleunigte sich die Talfahrt der Lira: Die angesichts politischer und wirtschaftlicher Unsicherheiten angeschlagene Währung markierte den fünften Tag in Folge ein neues Rekordtief: Der Dollar verteuerte sich um 2,8 Prozent auf 3,8925 Lira. Damit summiert sich die Abwertung zum Dollar seit Jahresbeginn auf mehr als neun Prozent. Auch zum Euro notierte die Lira auf einem Allzeittief: Ein Euro kostete am Morgen mit 4,1089 Lira so viel wie noch nie.

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