Euro bremst Europas Aktien aus – Lufthansa-Aktie bricht ein – VW stark

Dax und EuroStoxx50 verloren jeweils 0,5 Prozent auf 11.540 und 3305 Punkte.

“Die Hoffnung derjenigen Anleger, die auf einen Euro in Richtung Parität zum US-Dollar gesetzt haben, wurde in den vergangenen Handelstagen enttäuscht”, sagte Jochen Stanzl, Analyst des Online-Brokers CMC Markets. “Ohne die Währungsfantasie dürfte dem Deutschen Aktienindex der Sprung über die Marke von 11.600 Punkten nicht wirklich gelingen.” Der Euro kostete zuletzt 2002 einen Dollar.

ÄRGER MIT US-BEHÖRDEN SCHICKT FMC AUF TALFAHRT

Die Titel von FMC brachen um bis zu 7,3 Prozent ein. Die ebenfalls im deutschen Leitindex notierten Papiere des Mutterkonzerns Fresenius rutschten um 3,7 Prozent ab. Der Dialysekonzern FMC befürchtet im wichtigen US-Geschäft Einbußen, weil Plänen der US-Behörde CMS zufolge Wohltätigkeitsorganisationen bestimmten Dialysepatienten keine Zuschüsse mehr für Zusatzversicherungen bezahlen dürfen. “Die 2000 Patienten machen den Kohl nicht fett”, sagte Marktanalyst Heino Ruland von Ruland Research. Aber offenbar befürchteten Investoren, dass die Beschränkungen auf weitere Patientengruppen ausgedehnt würden.

Lufthansa verloren zeitweise 5,6 Prozent. In ihrem Sog büßten die Konkurrenten Air France-KLM und die British-Airways-Mutter IAG sowie die Billigflieger Ryanair und EasyJet bis zu 0,9 Prozent ein. Das Unternehmen erwartet wegen des gestiegenen Ölpreises im laufenden Jahr eine um 400 Millionen Euro höhere Tankrechnung. “Die Aussagen der Lufthansa vom Freitag rufen in Erinnerung, dass ohne den Rückenwind durch die Treibstoffpreise ein Ergebniswachstum schwierig bleibt”, schrieb Credit-Suisse-Analyst Neil Glynn in einem Kommentar. Er kürzte daher seine Prognose für den operativen Gewinn 2017 um drei Prozent auf 1,39 Milliarden Euro. Die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee kostet dank gedrosselter Fördermengen derzeit mit 56,42 Dollar je Barrel (159 Liter) mehr als doppelt so viel wie vor etwa einem Jahr.

VW legten dagegen bis zu 4,1 Prozent zu und waren mit 144,75 Euro so teuer wie zuletzt Mitte September 2015, als die Affäre um manipulierte Abgastests publik wurde. Insidern zufolge steht der Autobauer im “Dieselgate”-Skandal vor einem Vergleich mit den US-Behörden.

DOW SETZT ERNEUT ZUM SPRUNG ÜBER 20.000ER MARKE AN

Daneben warteten Investoren gespannt darauf, dass der US-Standardwerteindex Dow Jones nach drei Wochen vergeblicher Versuche die 20.000 Punkte überspringt. Am Freitag hatte er weniger als einen halben Zähler vor dieser psychologisch wichtigen Marke abgedreht. “Wenn er es heute nicht schafft, schafft er es nie mehr”, sagte Marktanalyst Ruland. Größere Anschlusskäufe seien aber auch nach Überwindung dieser Hürde nicht zu erwarten. Anleger hätten dem künftigen US-Präsidenten Donald Trump viel Vorschuss-Lorbeeren gewährt. “Er muss jetzt erst einmal liefern.” Der Milliardär übernimmt das Präsidenten-Amt am 20. Januar.

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