Dax und Co.: Europäische Börsen stecken in der Warteschleife – Deutsche Bank-Aktie im Blick

Neben dem Amtsantritt von Donald Trump als 45. Präsident der USA am Freitag dürfte in den nächsten Monaten auch der angestrebte harte Brexit die Anleger auf Trab halten. Die britische Premierministerin Theresa May hatte am Dienstag eine klare Scheidung von der EU angekündigt. “Trump und May könnten für neue und starke Impulse an den Börsen sorgen.” Daher sei derzeit Vorsicht geboten.

Am Freitag wird der künftige US-Präsident anlässlich der Vereidigung auf die US-Verfassung seine Antrittsrede halten. Mit seiner ersten Pressekonferenz seit seiner Wahl in der vorigen Woche hatte er die Investoren enttäuscht. Die Rally seit seiner Wahl war vor allem mit Spekulationen auf umfangreiche Infrastrukturmaßnahmen, eine große Deregulierungswelle und Steuersenkungen begründet worden. Einzelheiten blieb Trump bislang schuldig.

Doch nicht nur von der Politik kommen zur Wochenmitte Impulse: Am Nachmittag werden einige US-Konjunkturdaten erwartet. Am Abend – nach Handelsschluss in Europa – wird Fed-Chefin Janet Yellen die Ziele der Geldpolitik erläutern. Am Donnerstag tagt der EZB-Rat. Die Notenbanker werden aber wohl nicht an der lockeren Geldpolitik rütteln. Doch werden die Rufe aus Deutschland nach einem Ende der Nullzinspolitik lauter, was EZB-Chef Mario Draghi bei der Pressekonferenz kaum ignorieren dürfte.

BANKENTITEL BLEIBEN IM RAMPENLICHT

Gelassen nahmen die Anleger den Vergleich der Deutschen Bank mit den US-Behörden über unsaubere Geschäfte auf dem amerikanischen Immobilienmarkt hin. Deutschlands größtes Geldhaus wird das insgesamt 7,2 Milliarden Dollar kosten. “Das war erwartet worden”, sagte ein Händler. Die Aktien schwankten um den Vortagesschluss. Insgesamt tendierte der Sektor leichter. Investoren erwarteten zudem die am Mittag anstehenden Zahlen von Goldman Sachs.

Top-Favorit im EuroStoxx50 waren ASML : Die Aktien von Europas größtem Chipausrüster stiegen um 5,7 Prozent auf ein Rekordhoch von 113,85 Euro. Der Konzern hatte mit seinem Quartalsbericht die Erwartungen der Analysten übertroffen.

PEARSON IM FREIEN FALL

Lange Gesichter gab es dagegen in London bei Pearson : Nach einer erneuten Gewinnwarnung und einer Dividendenkürzung stürzten die Aktien des Verlagshauses bei hohen Umsätzen um fast 28 Prozent auf 583,5 Pence ab und notierten damit so niedrig wie zuletzt im Juli 2009. Im Londoner Leitindex hielten sie die rote Laterne. Das Unternehmen, das schon häufiger die Prognosen gesenkt hatte, senkte am Morgen seine Gewinnaussichten für die nächsten beiden Jahre.

Bei den deutschen Nebenwerten sorgte dagegen eine Kaufempfehlung der Deutschen Bank für einen Run auf die Aktien von Gerresheimer : Die Titel des Spezialverpackungshersteller stiegen um 6,4 Prozent auf 76,21 Euro und damit an die MDax-Spitze.

rtr

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