Dax fällt: Nervosität über Trumps Politik nimmt zu – Allianz-Aktie fällt

International stießen die Maßnahmen auf Kritik. “Die Finanzmärkte mögen keine hektische, überraschende Politik, die Chaos erzeugt”, sagte Commerzbank-Analyst Ulrich Leuchtmann.

In der vergangenen Woche hatten Spekulationen über einen durch Trump ausgelösten weltweiten Wirtschaftsboom den Dax noch auf ein 20-Monats-Hoch gehievt. An der Wall Street war der Dow-Jones-Index der Standardwerte erstmals in seiner rund 120-jährigen Geschichte über 20.000 Zähler gestiegen. “Die Rekordjagd den Börsen scheint erst einmal Vergangenheit zu sein”, sagte Portfoliomanager Thomas Altmann vom Vermögensberater QC Partners. “Die Aktionen von Trump werden von den Anlegern zunehmend kritisch bewertet.” Analyst James Woods vom Brokerhaus Rivkin Securities in Sydney sagte, die größte Gefahr für die Finanzmärkte sei im Moment, ob der US-Präsident noch mehr protektionistische Maßnahmen erlasse und dabei die wirtschaftlichen Folgen ausblende.

Devisenanleger kehrten nach einem kurzen Schreck über den Einreisestopp zum Tagesgeschäft zurück. Der Dollar-Index, der den Wert der US-Devise zu anderen Währungen widerspiegelt, verlor zunächst bis zu 0,4 Prozent auf 100,17 Punkte, machte seine Verluste im Handelsverlauf aber wieder komplett wett. Der Euro notierte ebenfalls unverändert bei 1,0689 Dollar.

MÖGLICHE MILLIARDEN-ÜBERNAHME DRÜCKT ALLIANZ-KURS

Am Aktienmarkt drückten Übernahmespekulationen die Titel der Allianz um 1,7 Prozent ins Minus. Der Versicherer hat Insidern zufolge den australischen Versicherungskonzern QBE Insurance ins Visier genommen. Laut “Handelsblatt” führte Allianz-Chef Oliver Bäte schon vor Weihnachten informelle Gespräche und brachte ein Angebot von insgesamt 14 Milliarden Euro ins Spiel.

Auf GFT Technologies lastete der überraschende Chefwechsel, die Titel verloren 3,8 Prozent und waren der mit Abstand schwächste Werte im TecDax. Der Mitgründer und Hauptaktionär des Spezialisten für Finanz-IT, Ulrich Dietz, gibt seinen Chefposten nach 30 Jahren auf eigenen Wunsch an die bisherige Produktchefin Marika Lulay ab. “Dietz hat aus GFT eine Erfolgsstory gemacht”, sagte ein Aktienhändler. Anleger fragten sich nun, ob er Großaktionär des Softwarekonzerns bleibe.

INDIEN-DEAL BEFLÜGELT VODAFONE

An der Londoner Börse beflügelten Pläne zur Fusion des Indien-Geschäfts mit dem dortigen Konkurrenten Idea die Titel von Vodafone. Die Aktien des britischen Mobilfunkers stiegen um drei Prozent. Idea schossen an der Börse in Indien sogar um knapp 30 Prozent in die Höhe – so viel wie noch nie. Mit dem Deal wollen sich die beiden Firmen für den Wettbewerb auf dem indischen Mobilfunk-Markt wappnen.

rtr


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