Börsen im Stand-by – Aurubis-Aktie unter Druck

Trotz der Aussicht auf steigende Zinsen in den USA blieb der Euro gefragt. “Die Aussagen von Trump diese Woche gegen einen starken Dollar überschatten offenbar Janet Yellens geldpolitische Pläne”, sagte ein Händler. Die Fed-Chefin bestätigte am Mittwochabend den Kurs der Notenbanker, die weiter an der Zinsschraube drehen wollen und bis Ende 2019 einen Zins von drei Prozent anstreben.

Dax und EuroStoxx50 notierten am Mittag mit 11.586 und 3285 Punkten nahezu unverändert. Der Euro lag mit 1,0670 Dollar etwa einen viertel US-Cent höher als am Vorabend. Zum Yen notierte die US-Währung mit 114,50 Yen aber etwas niedriger.

Von der EZB erwarten die Anleger, dass sie den Leitzins auf dem Rekordtief von 0,0 Prozent belässt und auch an den Anleihenkäufen nicht rüttelt. Bei der Pressekonferenz werde Draghi aber vermutlich nicht umhinkommen, auf die zuletzt lauter werdende Kritik aus Deutschland an der ultralockeren Geldpolitik zu reagieren, sagten Börsianer. Die Entscheidung wird um 13.45 bekanntgegeben. Um 14.30 Uhr beginnt die Pressekonferenz.

Trump wird am Freitagabend (MEZ) in Washington vor dem Kapitol seinen Amtseid ablegen und seine Antrittsrede halten. Schon seit Jahresbeginn hat die anfängliche Euphorie über seinen Wahlsieg einen Dämpfer bekommen. Trump hat Steuersenkungen, Deregulierungen, ein Infrastrukturprogramm und eine neue Handelspolitik versprochen, Einzelheiten bislang aber nicht genannt. Stattdessen häufen sich die Widersprüche.

AHOLD DELHAIZE ÜBERZEUGT ANLEGER MIT QUARTALSZAHLEN

Am deutschen Markt sorgten vor allem Analystenkommentare für Kursbewegungen. Am härtesten traf es die Aktien der Kupferhütte Aurubis, die nach einer Verkaufsempfehlung von Goldman Sachs rund vier Prozent einbüßten.

Im EuroStoxx50 standen nach der Vorlage von Quartalszahlen Ahold Delhaize an der Spitze: Die erst im vorigen Jahr fusionierte niederländisch-belgische Supermarktkette hatte die Anleger mit ihrem Zwischenbericht positiv überrascht. Die Aktien stiegen in der Spitze um fast fünf Prozent.

Ebenfalls gesucht waren Safran : Der französische Rüstungs- und Motorenkonzern schließt sich mit dem heimischen Flugzeugsitzbauer Zodiac zum weltweit drittgrößten Flugzeugzulieferer zusammen. Durch die Fusion entstehe ein Unternehmen mit einem Umsatz von 21 Milliarden Euro, das in verschiedenen Geschäftsbereichen der Luftfahrtindustrie zu den Marktführern gehören werde, erklärten die beiden Unternehmen. Safran stiegen um bis zu knapp vier Prozent, halbierten später aber das Plus. Zodiac legten um fast 24 Prozent auf 28,85 Euro zu.

In Paris schmeckte den Anlegern zudem ein deutliches Umsatzplus von Remy Cointreau besonders gut: Die Aktien zogen um fast zehn Prozent auf 90 Euro an. Damit notierten sie so hoch wie zuletzt im Mai 2013.

rtr

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