Euro Stoxx 50 und S&P 500: Gespaltene Aktienmärkte

Die Wall Street eilt von Rekord zu Rekord. Der marktbreite S&P 500 Index, der die Aktien der wichtigsten 500 US-Unternehmen zusammenfasst, ist erstmals in seiner Geschichte über die Marke von 2200 Punkten gesprungen. Seit der Wahl ist bei dem Börsenbarometer ein Plus von rund 3,5 Prozent aufgelaufen.

Das europäische Pendant hingegen tritt seitdem auf der Stelle. Abgesehen von kurzen Ausreißern nach oben steht der Euro Stoxx 50 aktuell genauso hoch wie am Tag vor der Wahl. Unter Berücksichtigung der jüngsten Dollarstärke schneidet der US-Index sogar noch besser ab. Der Greenback ist seit der Wahl von circa 0,90 auf 0,94 Euro gestiegen. Somit konnten Euroanleger mit US-Standardwerten zuletzt deutlich mehr verdienen als mit entsprechenden europäischen Titeln.

Den Kupon gibt es immer

Bei einer neuen Indexanleihe der Raiffeisen Centrobank, dem 3,8% Euro Stoxx 50/S&P500 Bonus & Sicherheit-Zertifikat, ist es zunächst völlig egal, welcher der beiden Indizes sich besser entwickelt. Denn der jährliche Fixkupon von 3,8 Prozent wird unabhängig von der Kursentwicklung der beiden Basiswerte gezahlt. Am Ende der Laufzeit in fünf Jahren kommt es zur Rückzahlung von 100 Prozent des Nennwerts, wenn die Indizes gegenüber dem Startwert niemals 55 Prozent oder mehr verlieren (Barriere 45 Prozent). Die Zeichnungsfrist für das Papier läuft bis 21. Dezember 2016.

Gemessen an den aktuellen Indexständen entsprechen die Barrieren einem Wert von rund 1360 Punkten beim Euro Stoxx 50 und von etwa 990 Zählern beim S&P500. Während der US-Index schon seit 2009 nicht mehr auf diesem Niveau notierte, müssen Anleger beim Euroaktienbarometer sogar bis 1995 zurück-blicken, um solch niedrige Kurse zu finden.

Erst bei einem Bruch der Barriere kommt es darauf an, welcher der beiden Indizes sich besser geschlagen hat. Denn sollte einer der Basiswerte die Barriere verletzt haben, erfolgt die Rückzahlung nach der Wertentwicklung des schlechteren der beiden Indizes, wobei dazu die prozentuale Entwicklung des Index vom Startwert bis zum Schlusskurs am letzten Bewertungstag herangezogen wird. Dieser Auszahlungsmechanismus wird auch “worst of” genannt und kommt generell bei allen Index- und Aktienanleihen zum Einsatz, denen wie hier mehrere Basiswerte zugrunde liegen. Aufgrund des großen Risikopuffers halten wir einen Barrierebruch jedoch für relativ unwahrscheinlich. Daher ist das Papier auch für vorsichtigere Anleger zur Zeichnung geeignet.

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