E.ON-Aktie und RWE setzen Dax unter Strom

Die obersten deutschen Richter hatten den Klagen der Konzerne auf Ausgleichszahlungen teilweise für erfolgreich erklärt. Dies schob die arg gebeutelten Aktienkurse der beiden Unternehmen um je mehr als sechs Prozent an. Da die beiden Werte im Dax nur Leichtgewichte sind, kam der Leitindex aber dennoch kaum vom Fleck und notierte mit 10.696 Zählern wenig verändert.

Der EuroStoxx50 stieg um 0,4 Prozent auf 3064 Punkte. Größter Gewinner in beiden Indizes waren E.ON. “Das wird zwar noch ein sehr langwieriger Prozess sein, ehe da tatsächlich Geld fließt. Aber die Investoren sind trotzdem erleichtert, dass es überhaupt eine Aussicht auf Entschädigung gibt”, fasste ein Händler zusammen. E.ON stiegen um fast sieben Prozent auf 6,56 Euro, RWE legten 6,3 Prozent auf 12,48 Euro zu. Dem Urteil zufolge können die beiden Stromversorger sowie Vattenfall mit einer Entschädigung rechnen.

Unterstützt wurde die Rally der Versorger von der Aufnahme der erst vor wenigen Monaten an die Börse gegangenen Töchter Uniper und Innogy in den MDax. Das sei zwar erwartet worden, sagte ein Börsianer. Aber die Entscheidung sei für viele doch noch ein zusätzlicher Grund, die Versorger zu kaufen. Uniper legten zeitweise zwei Prozent, Innogy fast drei Prozent zu. Viele Investoren bilden in ihren Depots die Indizes ab.

ANGESCHLAGENE MONTE PASCHI BLEIBT IM FOKUS

Nach den Verlusten vom Vortag machten die italienischen Bankenwerte Boden gut: Intesa SanPaolo stiegen um fast drei Prozent, Unicredit um 2,7 Prozent. Auf Talfahrt blieben aber die Aktien von Monte dei Paschi, die 2,6 Prozent einbüßten. Laut Insidern liegen die Rettungspläne für die Krisenbank bereit, und Topmanager des Geldhauses führen in Frankfurt Gespräche mit der EZB. Am Montag waren die Aktien um über vier Prozent gefallen, da Anleger fürchteten, mit der politischen Unsicherheit nach dem Scheitern des Referendums wackele auch die Sanierung des Geldhauses.

Am Devisenmarkt zeigte sich der Euro weiter relativ unbeeindruckt von den Ereignissen in Rom. Die Gemeinschaftswährung kletterte am Dienstag auf ein Tageshoch von 1,0785 Dollar, nachdem sie nach Bekanntwerden des Neins der Italiener zu einer umfassenden Verfassungsreform noch bis auf fast 1,05 Dollar gerutscht war. “Diejenigen, die zuvor mit markanter Euro-Schwäche gerechnet hatten, mussten sich zügig wieder eindecken”, sagte Commerzbank-Analystin Antje Praefcke. Viele Experten erwarten, dass die EZB am Donnerstag ihr Anleihekaufprogramm verlängern wird.

rtr

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