Dax nimmt 11.000-Punkte-Marke ins Visier – Deutsche-Bank-Aktie im Höhenflug

Der EuroStoxx50 legte 1,3 Prozent auf ein Sieben-Monats-Hoch von 3140 Zähler zu. “Die Anleger setzen darauf, dass in Italien Staatshilfen in die maroden Banken fließen, und die EZB das auch absegnet”, sagte Marktstratege Heino Ruland von Ruland Research. Zudem hofften viele Anleger auf eine Entscheidung der Europäischen Zentralbank am Donnerstag, ihre Anleihenkäufe (QE) zu verlängern. “Wenn die Notenbanken weiter Geld drucken, ist das per se für Aktien schon mal gut”, sagte ein Händler.

“Dass das QE-Programm um mindestens sechs Monate bei einem Volumen von 80 Milliarden Euro monatlich verlängert wird, gilt an den Kapitalmärkten als ausgemachte Sache”, schrieben die Analysten der Essener National-Bank. Experten rechnen damit, dass der EZB nach dem Nein der Italiener zur Verfassungsreform gar keine andere Möglichkeit bleibt, als das Anleihekaufprogramm über den März hinaus zu verlängern.

Einige Börsianer warnten, dass die Erwartungen an die EZB zu hoch seien und das Risiko eines Rücksetzers damit zunehme. Im April 2015 hatte der Dax mit 12.390,75 Punkten ein Allzeithoch markiert. Als Hauptgrund für die Hausse an den Weltbörsen gilt die ultralockere Geldpolitik der Zentralbanken.

ANALYSTEN SEHEN STIMMUNGSÄNDERUNG DER ANLEGER ZUR DEUTSCHEN BANK

Besonders unter Beobachtung stehen die italienischen Banken, die unter milliardenschweren faulen Krediten ächzen. So wird schon seit Monaten um die Zukunft der Monte dei Paschi di Siena gerungen. Aktuell denkt das Finanzministerium in Rom laut Insidern über eine Aufstockung seiner Beteiligung an der Krisenbank nach. An der Mailänder Börse stiegen die Titel der ältesten Bank der Welt um 7,8 Prozent. Doch auch Unicredit und Intesa SanPaolo standen mit Kursgewinnen von rund drei und vier Prozent hoch im Kurs.

Im Dax kletterten Deutsche Bank um bis zu 6,3 Prozent auf 17,52 Euro. “Das äußerst negative Sentiment gegenüber der Deutschen Bank, das Ende September gar Befürchtungen um Staatshilfe hervorrief, hat sich unseres Erachtens nach wieder normalisiert”, stellte LBBW-Analyst Ingo Frommen fest. “Wir gehen davon aus, dass das Management trotz der weiteren Herausforderungen auf gutem Wege ist, die Restrukturierung erfolgreich zu gestalten.” Eine Kapitalerhöhung sei unwahrscheinlich geworden.

Auch die Aktien der Commerzbank stiegen um über vier Prozent. Europaweit zählten die Titel der Credit Suisse mit einem Plus von über sieben Prozent zu den Favoriten. Anlässlich des Investorentages kündigte die zweitgrößte Schweizer Bank weitere Sparmaßnahmen an.

Größter Gewinner im MDax waren mit einem Plus von fast sieben Prozent die Aktien von Steinhoff. Der deutsch-südafrikanische Möbelriese – er betreibt in Deutschland die Kette “Poco” in Deutschland und in Österreich “Kika” und “Leiner” – hatte im Quartal Gewinn und Umsatz kräftig gesteigert.

rtr

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