DAX: Erdbebenwarnung am Markt

Die aktuelle Schwäche zeichnete sich bereits in den Vortagen ab, als der Deutsche Aktienindex unter seinen Monatsdurchschnitt (blau) sowie unter die bisherigen Zwischentiefs um 10.600 Punkte eingebrochen war. Nun droht auch der Rücksetzer unter die Mittellinie (grau) der seit August anhaltenden Tradingrange bei 10.450/10.500. Damit würde der Markt erstmals seit dem 9. November wieder in der unteren Hälfte dieser insgesamt von 10.200 bis 10.800 reichenden Spanne notieren.

Ein weiterer Rückgang bis an die Untergrenze der Range wäre dadurch sehr wahrscheinlich – war der Index in der Vergangenheit erst einmal in die untere Hälfte der Spanne eingedrungen, fiel er mit nur einer einzigen Ausnahme auch weiter bis ganz an ihre Untergrenze (schwarze Einkreisungen im Chart).

Dazu kommen als weitere Risikofaktoren der US-Arbeitsmarktbericht am Nachmittag, der traditionell für starke Kursschwankungen sorgt, sowie das Verfassungsreferendum in Italien am Wochenende und die österreichische Bundespräsidentenwahl. Es wäre erstaunlich, wenn vor allem institutionelle Marktteilnehmer das Risiko vorher nicht abbauen würden. Schon ohne diese Sondereffekte ist die Statistik eindeutig: In vier von fünf Fällen liegt der Schlusskurs des DAX am Freitag unter dem Eröffnungskurs, wenn der Markt in der jeweiligen Woche aufwärts oder (wie diesmal der Fall) seitwärts verlaufen ist. Vor einem Wochenende werden oft Gewinne mitgenommen oder zumindest der Investitionsgrad etwas reduziert, da an Samstagen und Sonntagen nicht gehandelt und damit auf eventuell negative Nachrichten reagiert werden kann.

Damit ist als Fazit ein weiterer kurzfristiger Rückgang sehr wahrscheinlich. Anleger sollten – wenn überhaupt – darauf aber nur mit kleinen Positionen wetten. Denn der übergeordnete Trend im Tages- und Wochenchart zeigt nach wie vor nach oben, damit ist eine Spekulation gegen diese Haupttendenz gerichtet. Weniger mutige Trader oder Investoren mit längerfristigem Zeithorizont warten einfach auf günstigere Einstiegschancen auf der Long-Seite in näherer Zukunft, und versuchen nicht, auch von der aktuellen Korrektur zu profitieren. Mutige greifen dagegen zu Bear-Hebelzertifikaten, wie beispielsweise die unter dieser Analyse aufgelisteten Produkte.

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