Dax auf Eineinhalb-Jahres-Hoch – Großer Kurssprung bei der Deutschen Bank-Aktie

Der deutsche Leitindex stieg daraufhin zeitweise um 0,2 Prozent auf 11.480,18 Punkte. Der EuroStoxx50 legte ähnlich stark auf 3276 Zähler zu. Hier setzten Investoren auf eine baldige Rettung der strauchelnden Banca Monte dei Paschi di Siena (BMPS).

Die Einigung mit dem US-Justizministerium kostet die Deutsche Bank rund sieben Milliarden Dollar. Ursprünglich hatte die Behörde 14 Milliarden Dollar gefordert. “Ein Riesen-Befreiungsschlag ist das nicht, aber der Vergleich reduziert die Unsicherheit”, urteilte Union Investment-Fondsmanager Ingo Speich. NordLB-Analyst Michael Seufert wertete es als positiv, dass die Strafzahlung mit 3,1 Milliarden Dollar relativ niedrig ausfalle. “Die höhere Summe für die Erleichterungen für Kreditnehmer verteilt sich dagegen auf mehrere Jahre und hat nur einen vergleichsweise harmlosen Einfluss auf die Gewinnentwicklung und Bilanz der Bank.” Vor diesem Hintergrund rechnen Experten nicht mit einer unmittelbar bevorstehenden Kapitalerhöhung.

Credit Suisse einigte sich ebenfalls mit den US-Behörden auf einen Vergleich. Die Zahlungen von insgesamt 5,3 Milliarden Dollar würden das Eigenkapital des Schweizer Geldhauses nicht allzu stark schmälern, schrieb Analyst Peter Casanova vom Research-Haus Kepler Cheuvreux in einem Kommentar. Auch hier sei das Risiko einer baldigen Kapitalerhöhung gesunken. Die Aktien der Credit Suisse konnten ihre zwischenzeitlichen Gewinne in Zürich dennoch nicht halten und notierten 0,4 Prozent im Minus. An der Londoner Börse büßten Barclays Bank sogar 1,4 Prozent ein, nachdem das Institut wegen ähnlicher Vergehen vom US-Justizministerium verklagt wurden.

ITALIEN GREIFT MONTE PASCHI ERNEUT UNTER DIE ARME

Erleichtert reagierten Anleger auf die Aussicht auf Hilfen für die Krisenbank Monte Paschi. Weil das älteste Geldhaus der Welt nicht genügend private Investoren für die dringend benötigte fünf Milliarden Euro schwere Kapitalerhöhung auftreiben konnte, springt der Staat dem Unternehmen wohl zum dritten Mal seit 2009 bei. “Das ist aber keine Überraschung, da sich die Entwicklung bereits seit längerem abgezeichnet hat”, sagte ein Börsianer. Die Papiere des drittgrößten Geldhauses Italiens blieben am Freitag vom Handel ausgesetzt. Die HVB-Mutter Unicredit und Intesa Sanpaolo – Nummer eins und zwei der Branche – gewannen jeweils mehr als ein Prozent. Der italienische Bankenindex notierte zeitweise 1,7 Prozent im Plus.

Auch am Anleihemarkt werteten Investoren die Entwicklung positiv und deckten sich mit italienischen Papieren ein. Dies drückte die Rendite der zehnjährigen Titel auf 1,823 von 1,856 Prozent. Der Euro verteuerte sich um einen knappen Viertel US-Cent auf 1,0461 Dollar.

rtr

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