Börsen vor versöhnlichem Jahresausklang – Deutsche Bank-Aktie und Commerzbank an Dax-Ende

Viele Anleger seien in den Winterferien und Termine rar gesät. Etwas Bewegung könnte am Nachmittag aus den USA kommen, wo unter anderem die Statistik zum Verbrauchervertrauen im Dezember ansteht. Der Dax lag am Vormittag mit 11.461 Punkten 0,1 Prozent höher und schickte sich damit an, das fünfte Jahr in Folge mit einem Plus zu beenden. Der EuroStoxx50 zog ebenfalls geringfügig an.

2016 war an der Börse durchaus turbulent: Sein Jahresplus von etwa 6,5 Prozent hat der deutsche Leitindex vor allem im Dezember gemacht. Noch im Februar war er unter die 9000er Marke gerutscht. Sein Jahrestief von 8699 Zählern hat er inzwischen um über 30 Prozent hinter sich gelassen. Die Anfang des Jahres noch schwelende chinesische Börsenkrise sei so gut wie vergessen, sagte ein Börsianer. Das gleiche gelte für den Brexit und die Sorge über die Politik der USA unter einem Präsidenten Donald Trump.

“Besonders erstaunlich war jedoch die Erkenntnis, dass Marktteilnehmer sich von solch überraschenden Ereignissen nicht haben nachhaltig aus der Ruhe bringen lassen”, stellten die Analysten der Metzler Bank in ihrem Jahresrückblick fest. Sie vermuten, dass es 2017 einen Rückschlag geben könnte, wenn Trump seine Wahlversprechen nicht halten kann. Zudem sei nicht auszuschließen, dass mit den Wahlen in den Niederlanden, Frankreich und Deutschland im Laufe des Jahres wieder über den Zusammenhalt der Euro-Zone diskutiert werde. Einer am Dienstag veröffentlichten Umfrage zufolge erwartet jeder fünfte Anleger generell den Zerfall der Währungsunion.

ITALIENS BANKEN BLEIBEN IM FOKUS

Die ultralockere Geldpolitik der Notenbanken hat 2016 den Banken zugesetzt, die von Zinseinnahmen leben. Dazu kamen hausgemachte Probleme, wie beispielsweise die Tricksereien der Deutschen Bank am US-Hypothekenmarkt, die dem größten deutschen Geldhaus eine milliardenschwere Strafe einbrockte. Zwar reagierten die Anleger einigermaßen erleichtert darüber, dass die Frankfurter weniger als ursprünglich gedacht zahlen müssen. Doch haben die Aktien in diesem Jahr mit einem Minus von rund 20 Prozent ordentlich Federn gelassen. Im Dax zählen sie damit zusammen mit der Commerzbank und ProSiebenSat.1 zu den Schlusslichtern. Am Dienstag gaben Deutsche Bank 0,7 Prozent nach.

Bis zum letzten Handelstag dürfte die Lage der italienischen Finanzinstitute im Fokus bleiben: Allen voran ist die älteste Bank der Welt – Monte dei Paschi – in eine Schieflage geraten. Nach Angaben des Geldhauses hat die EZB den Kapitalbedarf der Bank aus Siena mit 8,8 Prozent deutlich höher als bislang erwartet veranschlagt. Nachdem die drittgrößte Bank Italiens das zur Sanierung benötigte Geld bei Anlegern nicht zusammenbekam, rief die italienische Regierung vergangene Woche einen 20 Milliarden Euro schweren Fonds zur Stabilisierung des Bankensektors ins Leben. Bis die Einzelheiten dieser Rettung bekannt sind, bleiben die Aktien des Instituts vom Handel ausgesetzt.

rtr

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