Apple-Aktie: Zwei Argumente für neue Höchstkurse

Es ist mehr als 18 Monate her seit die Aktie von Apple den Höchstkurs bei 132 Dollar erreichte. Danach ging es erst einmal kräftig nach unten. Im Sommer wurde das Jahrestief bei 90 Dollar erreicht. Die Investoren waren besorgt, ob der Konzern sein Wachstumstempo durchhalten kann.

Die Befürchtungen waren gerechtfertigt. Im Geschäftsjahr 2015/16 meldete der Konzern rückläufige Erlöse. Auch in den vergangenen drei Quartalen waren die Verkäufe niedriger als im Jahr zuvor.

Doch mit dem ersten Quartal des Geschäftsjahres (endet am 31. Dezember) könnte der Trend gebrochen werden. Apple selbst hat Erlöse in der Größenordnung zwischen 76 und 78 Milliarden Dollar prognostiziert, im Vorjahr lagen sie bei 75,9 Milliarden.

Die Gründe: Zum einen scheint das neue iPhone 7 sehr gut anzukommen. Darauf deuten beispielsweise auch die Geschäftszahlen der Zulieferer hin, die zeitversetzt wieder nach oben zeigen. Hilfreich dürfte dabei sein, dass Konkurrent Samsung mit seinem neuen Galaxy Note 7 Probleme mit dem Akku hat. Das dürfte die Wechselbereitschaft erhöht haben. Deshalb wäre es nicht verwunderlich, wenn der Konzern den oberen Rand der Prognose überbieten würde. Die Zahlen sollten Ende Januar veröffentlich werden.

Dann ist auch Donald Trump Präsident der USA. Schon heute arbeiten die Republikanischen Steuerexperten an Änderungen der Unternehmensbesteuerung. Was sich in den bisher veröffentlichten Dokumenten zeigt, sind zwei Punkte. Die Bemessungsgrundlage soll verbreitert werden. Dafür fallen die Steuersätze. Zudem soll den Auslandsvermögen der Konzern die Rückkehr in die USA erleichtert werden.

Einer der größten Profiteure wäre Apple. Das Unternehmen hat eine Bargeldposition von 200 Milliarden Dollar angehäuft. Diese Mittel liegen bei ausländischen Töchtern. Bisher hätte der Fiskus bei der Überführung in die USA, die Beträge noch einmal voll besteuert. Unter Trump fällt aber der Steuersatz. Zudem ist eine Steueramnestie für diese Auslandsguthaben auf der Agenda. Denn nur so lässt sich Trumps Programm für mehr Wertschöpfung in der heimischen Wirtschaft überhaupt erfüllen.

Der Hebel für Apple-Aktionäre ist hoch. Bisher musste der Konzern Kredite aufnehmen, um Aktien zurückzukaufen. Das würde dann wegfallen. Das Unternehmen könnte aus dem Vollen schöpfen und aus dem Stehgreif fast ein Viertel seiner Aktien zurückkaufen, ohne seine finanzielle Unabhängigkeit zu verlieren. Einige Hedgefonds glauben deshalb, dass die Aktie im Laufe des neuen Jahres die historischen Spitzenwerte deutlich übertreffen kann.

Mutige Anleger steigen in diese Spekulation mit einem Optionsschein ein. Der ausgesuchte Call hebelt Kursgewinne mit dem Faktor 5,6. Heißt: Sollte die Aktie bis Mitte kommenden Jahres das alte Hoch erreichen, gewinnt der Optionsschein bei unveränderten Wechselkursen mehr als 60 Prozent. Würde der Dollar gegenüber dem Euro weiter an Wert gewinnen, wirkt das positiv auf den Call.

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