Amazon-Aktie: Am Ende bringt’s der Online-Händler doch

Immer am vierten Donnerstag im November feiern die Amerikaner Thanksgiving. Der Feiertag ist auch der Startschuss für das Weihnachtsgeschäft. Der brach dieses Jahr im US-Onlinehandel alle Rekorde. Am “Black Friday” stieg der Umsatz um 21,6 Prozent auf 3,34 Milliarden Dollar. Am folgenden “Cyber Monday” wurden sogar 3,39 Milliarden Dollar umgesetzt. Branchenprimus Amazon verzeichnete seinen besten Cyber-Monday-Umsatz der Firmengeschichte.

Das Unternehmen das 1994 mit dem Online-Versand von Büchern startete, hat sich längst zu einem globalen Multi-Anbieter entwickelt. Neben dem klassischen Onlinehandel hat Amazon seine Logistiksparte ausgebaut, produziert eigene Filme und TV-Shows für die Prime-Kunden und ist führend im Cloud-Geschäft.

Im dritten Quartal kletterte der Gesamtumsatz um 30 Prozent auf 32,7 Milliarden Dollar. Unter dem Strich blieb ein Nettogewinn von 250 Millionen Dollar. Im Vorjahreszeitraum waren es rund 80 Millionen Dollar. Die höchste Gewinndynamik zeigte die Cloud-Sparte. Im Vergleich zum Vorjahresquartal stieg der Umsatz um 55 Prozent auf 3,2 Milliarden Dollar. Der operative Gewinn verdoppelte sich auf 861 Millionen Dollar.

Und doch waren viele Anleger nicht ganz zufrieden. Der Ausblick auf das Weihnachtsquartal war ihnen zu vorsichtig. Nach alter Manier hat Amazon-Chef Jeff Bezos eine sehr breite Spanne für die Gewinnprognose gegeben. Der Ertrag soll zwischen null und 1,25 Milliarden Dollar liegen. Der Grund liegt in den hohen Investitionen. Amazon baut seine Logistikkapazitäten weiter aus. Und je nachdem wann die Ausgaben erfolgen, werden die Gewinne geschmälert. Am Ende wird sich Amazon insbesondere in Ballungszentren unabhängig von externen Lieferdiensten machen und so die Wertschöpfungskette verlängern.

Nachdem die Aktie im Jahresverlauf einen neuen Höchstkurs bei 840 Dollar erreichte, hat sie mit dem vorsichtigen Ausblick korrigiert. Der Kurs hat aber bei der Unterstützung um 700 Dollar einen Boden gefunden. Diese Konsolidierungsphase könnte relativ schnell zu Ende sein. Das gleiche Muster zeigte sich etwa Ende vergangenen Jahres. Damals war nach zwei Monaten der Wendepunkt erreicht und es ging steil nach oben. Weil das Unternehmen auch im vierten Quartal deutlich wachsen wird, ist das Erreichen neuer Spitzennotierungen nicht unwahrscheinlich.

Spekulative Anleger setzen auf einem KO-Call mit einem Basispreis etwas unter 700 Dollar. Das ist riskant und kann bei einer stärkeren Korrektur zu hohen Verlusten führen. Dafür ist aber der Hebel reichlich. Sollte sich Amazon wieder in alte Spitzenregionen vortasten, würde sich der Wert des vorgestellten Knock-out-Calls in etwa verdoppeln.

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