Wall-Street-Rekordjagd hilft Europas Börsen

In New York signalisierten die Terminkontrakte auf Dow Jones, Nasdaq und S&P 500 einen Sprung der US-Indizes über ihre Bestmarken vom Montag.

“Dass die Wall Street trotz der Erwartung einer Zinsanhebung der US-Notenbank im Dezember steigen kann, zeigt, dass der Markt einen solchen Schritt mittlerweile gut vertragen würde”, sagte Jochen Stanzl, Analyst des Online-Brokers CMC Markets. Wichtiger sei, dass die Fed die geldpolitischen Zügel im kommenden Jahr nicht zu schnell straffe, um die Konjunktur nicht abzuwürgen. Daher werde sie es sicher tolerieren, wenn die Inflation die Zielmarke von zwei Prozent vorübergehend überschreite.

Vor diesem Hintergrund rechnen Anleger damit, dass auch diesseits des Atlantiks die Teuerung anzieht. Das europäische Inflationsbarometer stieg auf ein Zehn-Monats-Hoch. Am Devisenmarkt machten Dollar-Anleger erneut Kasse. Der Dollar-Index, der den Kurs zu wichtigen Währungen widerspiegelt und der vergangene Woche auf ein 14-Jahres-Hoch geklettert war, büßte 0,1 Prozent auf 100,96 Punkte ein.

ROHÖL UND KUPFER TEURER – ÖL- UND MINENWERTE IM AUFWIND

Parallel dazu kletterte der Preis für die richtungsweisende Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee um bis zu 2,2 Prozent auf ein Dreieinhalb-Wochen-Hoch von 49,96 Dollar je Barrel (159 Liter). Neben den Wetten der Anleger auf eine anziehende Nachfrage wurde der Ölpreis von der Hoffnung auf eine Begrenzung der weltweiten Fördermenge angetrieben. Das wichtige Industriemetall Kupfer verteuerte sich um bis zu 2,3 Prozent auf 5687 Dollar je Tonne.

Im Windschatten von Brent und Kupfer legten Bergbaufirmen und Ölförderer zu. Im Londoner Auswahlindex FTSE belegten die Minenbetreiber Anglo American, Glencore und BHP Billiton mit Kursgewinnen von bis zu 5,2 Prozent die drei ersten Plätze. Die Ölkonzerne BP, Eni, Repsol, Total und OMV gewannen bis zu 1,8 Prozent. Letztere markierten mit 29,94 Euro sogar ein 18-Monats-Hoch.

Gefragt waren auch konjunkturabhängige Werte. So rückten die Stahlkocher ArcelorMittal, Salzgitter und Thyssenkrupp zwischen 2,8 und 5,1 Prozent vor. Die Bauindustrie-Zulieferer HeidelbergCement, LafargeHolcim und CRH gewannen bis zu 1,4 Prozent.

E.ON-TOCHTER UNIPER ÜBERZEUGT MIT SPARPROGRAMM

Am deutschen Aktienmarkt waren Uniper begehrt. Nach Vorlage eines Sparprogramms legten die Titel der E.ON -Kraftwerkstochter bis zu 5,6 Prozent zu. Die Papiere der Muttergesellschaft gewannen 1,1 Prozent.

Essilor gingen dagegen in den Keller. Die Papiere brachen in Paris um bis zu 8,2 Prozent auf ein Zwei-Jahres-Tief von 93,41 Euro ein, nachdem der französische Anbieter von Brillengläsern sein Wachstumsziel für 2016 gesenkt hatte.

Babcock bekräftigte zwar auf Basis eines siebenprozentigen Gewinnanstiegs im ersten Halbjahr seine Prognose für das Geschäftsjahr 2016/2017. Die Aktien des britischen Industrie-Dienstleisters verloren an der Londoner Börse dennoch bis zu 7,5 Prozent. “Mit Gewinnwarnungen der Konkurrenten Mitie und Capita gibt es zu viele Dinge, die den Outsourcing-Sektor durcheinanderwirbeln und die Stimmung vermiesen”, sagte Analyst Michael Donnelly vom Brokerhaus Panmure.

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