“Trumphorie” und Fusionsfantasie treiben Börsen – Commerzbank-Aktie im Rallye-Modus

Dax und EuroStoxx50 legten um jeweils rund ein Prozent auf 10.768 und 3059 Punkte zu. Der Euro fiel zeitweise um mehr als einen US-Cent und war mit 1,0729 Dollar so billig wie zuletzt vor zehn Monaten. Der Dollar-Index, der den Kurs zu wichtigen Währungen widerspiegelt, übersprang erstmals seit fast einem Jahr wieder die Marke von 100 Zählern.

Motor dieser Rally waren Börsianern zufolge Spekulationen auf ein groß angelegtes Konjunkturprogramm des künftigen US-Präsidenten Donald Trump. Dies spiegelte sich auch am Rohstoffmarkt wider: Das für Stromkabel und Wasserrohre verwendete Kupfer verteuerte sich um bis zu 3,4 Prozent auf 5736,50 Dollar je Tonne. Der Preis für Zink stieg zeitweise sogar um fünf Prozent.

MÖGLICHE “TRUMPFLATION” BELASTET ANLEIHEN

Am Anleihemarkt schüre die Aussicht auf ein schuldenfinanziertes US-Konjunkturprogramm Spekulationen auf eine anziehende Inflation, sagte Anlagestratege Daniel Lenz von der DZ Bank. Aber auch in Europa setzten Investoren auf eine höhere Teuerung. Das hiesige Inflationsbarometer stieg auf ein Zehn-Monats-Hoch.

“Die US-Zinserhöhung im Dezember kommt ganz sicher”, sagte ein Börsianer. Im kommenden Jahr sei mit weiteren Schritten der Notenbank Fed zu rechnen. Aus diesem Grund warfen Investoren bereits gehandelte, niedriger verzinste Staatsanleihen aus ihren Depots. Der Bund-Future, der auf der zehnjährigen Bundesanleihe basiert, fiel um bis zu 81 Ticks auf ein Zehn-Monats-Tief von 159,46 Punkten. Sein US-Pendant notierte mit 153-24/32 Zählern ebenfalls so niedrig wie zuletzt im Januar.

FUSIONSFANTASIEN BEFLÜGELN FINANZWERTE

Bei den Aktienwerten rückten die Banken ins Rampenlicht. Grund waren wieder aufgeflammte Gerüchte um einen Zusammenschluss der italienischen HVB-Mutter Unicredit mit der französischen Societe Generale (SocGen). Zwar lehnten beide Institute einen Kommentar zu diesem Thema ab, ihre Aktien stiegen dennoch um bis zu 5,8 Prozent. “Der neue Unicredit-Boss Jean Pierre Mustier hat früher für SocGen gearbeitet”, sagte Fondsmanager Ion-Marc Valahu vom Vermögensverwalter Clairinvest. Daher könne an den Gerüchten etwas dran seien. Der europäische Banken-Index gewann 1,7 Prozent.

Siemens gewannen dank der milliardenschweren Übernahme von Mentor zwei Prozent. Der Kauf der US-Softwarefirma verbessere die Wettbewerbsposition des Münchener Konzerns, urteilte Analyst Günther Hollfelder von der Baader Bank. Mentor stiegen im vorbörslichen US-Geschäft um 19 Prozent, blieben mit 36,60 Dollar jedoch unter der Siemens-Offerte von 37,25 Dollar je Aktie.

rtr

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