DAX: Markt verdaut neuen US-Präsident Trump bisher gut

Nach einem Tag mit extrem hoher Schwankungsbreite der Kurse bleibt vorerst letztendlich alles beim Alten: Der Deutsche Aktienindex erholte sich vom unteren Rand seiner seit August bestehenden kurzfristigen Tradingrange bis fast an deren Obergrenze, die heute bei 10.680/10.800 das vorläufige Maximalkursziel darstellt. Auch der im 1-Stunden-Chart abgebildete Prognose-Korridor, der aus vergangenen Schwankungen ermittelt wird, zeigte sich gestern besonders zuverlässig (dunkelgraue Fläche): Nur um vier Punkte übertraf das Tageshoch des DAX am Mittwoch die Vorhersage für diesen Tag.

Auf längere Sicht liegen die Chancen für eine weitere Aufwärtsbewegung bei über 50 Prozent, solange der zu Jahresbeginn gestartete Aufwärtstrend (grüne Linien im Tageschart) sich fortsetzt. Doch schon der bisherige Anstieg erfolgte unter starken Schwankungen und war immer wieder durch relativ ausgeprägte Gegenbewegungen zurück nach Süden unterbrochen. Diese so genannte Volatilität der Kurse dürfte sich nach der US-Wahl fortsetzen, da der Markt erfahrungsgemäß einige Zeit benötigt, um die Neuigkeiten komplett einzupreisen und sich auszubalancieren. Selbst wenn der DAX also die nächsten Kursziele am oberen Rand des Aufwärtstrendkanals bei rund 11.225/11.500 in den nächsten Monaten erreicht, ist dies keine Einbahnstraße und kann von einem zwischenzeitlichen Einbruch an die Untergrenze des Kanals bei derzeit 9830 oder zumindest an die bereits bewährten Nachfragezonen um 10.100 und 10.200 begleitet werden.

Allerdings ist nach der gestrigen Stabilisierung zumindest die Gefahr gesunken, dass ein durch Panik ausgelöster Crash schnell zu einem Ausbruch unter wichtige Unterstützungen wie beispielsweise den Aufwärtstrend führt – was die Prognose deutlich eingetrübt hätte. Anleger müssten dennoch für mindestens die kommenden beiden Wochen immer wieder vereinzelte überdurchschnittliche Tagesschwankungen der Kurse mit einkalkulieren, insbesondere Ausschläge nach unten – bis der Markt den neuen US-Präsidenten hinreichend eingepreist hat. Wer in dieser Phase mit kurzfristigem Zeithorizont traden/spekulieren will, sollte sich auch weiterhin eher auf fallende Kurse / Puts konzentrieren, und entsprechende Positionen stets nach größeren Erholungen und bei Erreichen von charttechnischen Widerständen wie beispielsweise der 10.800er-Marke aufbauen. Es sollte angesichts der zu erwartenden Volatilität jedoch nur mit vergleichsweise kleinen Summen operiert werden, da das Risiko, durch eine überraschend intensive Gegenbewegung ausgestoppt zu werden, höher ist als sonst.

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