Dax: Anleger zweifeln an Trump-Effekt – Bayer-Aktie im Minus – RWE an Spitze

Am Mittwoch fielen Dax und EuroStoxx50 jeweils um 0,3 Prozent auf 10.702 und 3041 Punkte zurück. Dem Dax droht zudem aus charttechnischer Sicht Gegenwind. Mit jedem Tag, an dem er an der Marke von 10.800 Punkten scheitere, wachse das Lager der Pessimisten, ergänzte Stratege Jochen Stanzl von CMC Markets.

Die Aufmerksamkeit der Investoren verlagert sich nun wieder mehr auf die Geldpolitik. Anleger gehen davon aus, dass die am Nachmittag (MESZ) anstehenden Erzeugerpreise und die Daten zur US-Industrieproduktion ihre Einschätzung einer Zinserhöhung im Dezember untermauern. Von den Auftritten führender US-Notenbanker erhoffen sie sich Hinweise, wie schnell die Fed die Zinsen im kommenden Jahr anheben wird. Der Dollar machte weiter Boden gut. Der Euro notierte 0,2 Prozent schwächer bei 1,0700 Dollar.

KAPITALMASSNAHMEN LASTEN AUF BAYER UND MORPHOSYS

Anleger stießen Anteilsscheine von Bayer ab, nachdem der Pharma- und Chemiekonzern Pflichtwandelanleihen in Höhe von vier Milliarden Euro an institutionelle Investoren verkaufte. Bayer-Aktie fielen um bis zu 5,6 Prozent. Die Maßnahmen zur Finanzierung der Monsanto -Übernahme seien bereits bekannt gewesen, sagte ein Händler. “Die Bayer-Kursverluste sind in dieser Höhe deshalb wenig nachvollziehbar.”

Ebenfalls abwärts ging es für die Lufthansa : Die Aktien gaben bis zu 2,6 Prozent auf 12,86 Euro nach. Nach den jüngsten Kursgewinnen sollten Aktionäre lieber Kasse machen, rieten die Analysten der DZ Bank. Sie stuften die Titel herunter auf “Verkaufen” von “Halten” mit einem fairen Wert von elf Euro. “Das Umfeld bleibt herausfordernd, geprägt von einem hohen Wettbewerbs- und Margendruck”, hieß es zur Begründung. Das Langstreckengeschäft der Lufthansa werde von geopolitischen Krisen belastet und das Risiko weiterer Streiks sei gestiegen. Auch die möglichen Rabatte für den Konkurrenten Ryanair am Frankfurter Flughafen seien ein negativer Faktor.

An der Dax-Spitze standen mit einem Plus von rund drei Prozent die Aktien des Versorgers RWE. Die Analysten von Berenberg stuften die Titel hoch auf “Buy” von “hold”.

BOSS SIEHT ERST 2018 WIEDER LICHT AM ENDE DES TUNNELS

Im TecDax kam der Ausblick von Wirecard für 2017 gut an. Der Zahlungsabwickler erwartet vom Trend zum Bezahlen im Internet auch im kommenden Jahr ein kräftiges Gewinnwachstum. Die Aktien legten um 6,5 Prozent zu.

Modehersteller Hugo Boss sieht hingegen erst 2018 wieder Licht am Ende des Tunnels. Die Titel büßten im MDax mehr als sechs Prozent ein. Unter Druck standen auch die Titel von Leoni, die um rund sieben Prozent abstürzten. Der Autozulieferer schrieb nach einem Millionenbetrug im eigenen Haus im dritten Quartal Verluste.

Ein überraschend hoher operativer Gewinn im Quartal hievte Bouygues an der Pariser Börse auf den höchsten Stand seit siebeneinhalb Monaten. Die Aktien des französischen Mischkonzerns, zu dem einer der größten Mobilfunker des Landes gehört, stiegen um 3,7 Prozent auf 31,29 Euro und waren einer der Spitzenwerte im CAC40.

rtr

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