Börsen in Europa bleiben schwach auf der Brust

Börsianer erwarten einen ruhigen Handel, da wegen des Thanksgiving-Feiertags die Handelsräume in den USA geschlossen bleiben. Bereits seit einigen Tagen pendelt der Dax im Bereich 10.600 und 10.800 Zähler hin und her. “Der Dax hat keinen Grund nach oben oder unten auszubrechen”, sagte ein Händler. Bevor nicht klar sei, wie das Referendum über eine Verfassungsänderung in Italien ausgehe, werde es an den europäischen Börsen keine großen Sprünge geben.

In den USA jagen die Aktienmärkte dagegen von einem Rekord zum anderen. Am Dienstag hatte der Dow-Jones-Index erstmals in seiner Geschichte die Marke von 19.000 Punkten übersprungen. Anleger in den USA setzen darauf, dass es unter dem künftigen Präsidenten Donald Trump einen Wirtschaftsboom gibt.

Spekulationen über höhere Zinsen in Folge eines solchen Konjunkturschubs trieben auch Devisenanleger um. Der Dollar-Index, der die US-Devise im Vergleich zu anderen wichtigen Währungen misst, stieg um bis zu 0,3 Prozent auf 102,05 Punkte. Das war der höchste Stand seit März 2003. “Die Dezember-Zinserhöhung ist wohl in Stein gemeißelt”, sagte DZ-Bank-Spezialistin Birgit Figge. Laut Daten des Barometers FedWatch der Terminbörse CME gehen 100 Prozent der Marktteilnehmer inzwischen davon aus. Dem Protokoll der Zinssitzung von Anfang des Monats und damit der Zeit vor der US-Wahl zufolge, waren viele Notenbank-Mitglieder der Meinung, dass die geldpolitische Straffung “relativ bald angemessen” sein könne.

In der deutschen Wirtschaft ist die Stimmung weiterhin gut. Der Ifo-Geschäftsklimaindex verharrte im November auf dem Vormonatswert von 110,4 Zählern. “Der Aufschwung in Deutschland bleibt intakt”, sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest.

THYSSENKRUPP ÜBERZEUGEN AUF DEN ZWEITEN BLICK

An den Aktienmärkten blickten Investoren vor allem auf Thyssenkrupp, die mit ihren Geschäftszahlen erst beim zweiten Hinsehen zu Käufen ermunterten. Die Aktien verloren zu Handelsbeginn deutlich, drehten dann ins Plus und legten 0,8 Prozent zu. Der Konzern verdiente im Geschäftsjahr 2015/16 wegen eines schwächelnden Stahlgeschäft und Einbußen im Anlagenbau vor Steuern und Zinsen (Ebit) mit 1,47 Milliarden Euro zwölf Prozent weniger. Im neuen Jahr 2016/17 soll das Ergebnis auf 1,7 Milliarden Euro steigen. Analysten hatten Thyssen zwar mehr zugetraut, waren aber dennoch überwiegend positiv. “Das ist eine gute erste Ergebnisprognose”, schrieben die Experten der Bank Berenberg. Die Commerzbank-Analysten gehen davon aus, dass die Kosten im neuen Jahr zurückgehen und das Stahlgeschäft anzieht.

Der Rivale Salzgitter drehte mit der Thyssen-Aktie und gewann im MDax 0,3 Prozent. Klöckner & Co gaben im SDax 1,9 Prozent nach.

An der Börse in London kletterten Domino’s Pizza um 4,8 Prozent. Der größte britische Pizza-Lieferant will mehr neue Filialen eröffnen als bisher angekündigt.

rtr

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