Börsen im “Stand-By”-Modus – Feiertag drückt Umsatz – Deutsche Bank-Aktie und Commerzbank im Minus

Die wieder hochgekochte E-Mail-Affäre Hillary Clintons habe Spekulationen geschürt, dass Donald Trump doch noch das Rennen um den Einzug ins Weiße Haus machen könnte, schrieben die Analysten der Commerzbank. “Viele Anleger dürften daher im Vorfeld der Präsidentschaftswahl vorsichtig agieren, zumal viele in diesem Jahr im Zusammenhang mit dem sogenannten ‘Brexit’ schon einmal auf dem falschen Fuß erwischt wurden.”

Der Republikaner Trump gilt wegen seiner unklaren politischen und wirtschaftlichen Ziele als unberechenbar. Von der Demokratin Clinton erwarten die Anleger dagegen eine Fortsetzung der Politik ihres Parteifreundes Barack Obama. Die Wahlen finden am Dienstag nächster Woche statt. Clinton führt zwar noch in den Umfragen, aber der Vorsprung schmilzt. Bei der Abstimmung der Briten im Sommer hatten die Anleger bis zuletzt den Umfragen geglaubt, die die Gegner eines EU-Austritts vorne gesehen hatten.

Für einen freundlichen Start in den Börsentag hatten am Morgen neue Konjunkturdaten aus China gesorgt: Industrie und Dienstleister machten im Oktober bessere Geschäfte als von vielen erwartet. Damit verdichteten sich die Signale, dass die weltweit zweitgrößte Volkswirtschaft nach den USA wieder Tritt fasst. In Washington kommt zudem der Offenmarktausschuss der Fed zu einer zweitägigen Sitzung zusammen. Eine Zinserhöhung so unmittelbar vor den Wahlen wird aber nicht erwartet. Doch erhoffen sich Investoren Hinweise auf den Zeitpunkt der Maßnahme, die unter anderem wegen der Brexit-Abstimmung in diesem Jahr schon mehrfach verschoben wurde. Die Ergebnisse der Sitzung werden aber erst am Mittwochabend (MEZ) veröffentlicht.

LICHT UND SCHATTEN BEI DEN ÖLMULTIS

Hauptgesprächsthema im deutschen Handel waren die Zahlen von Pfeiffer Vacuum. Die Titel des Spezialpumpen-Herstellers kletterten um 5,6 Prozent auf 87,28 Euro und damit an die TecDax -Spitze, obwohl Umatz und Gewinn in den vergangenen neun Monaten geschrumpft waren. Händler verwiesen auf besonders niedrige Erwartungen.

Im Dax drückten erneut Gewinnmitnahmen die Aktien der Deutschen Bank und der Commerzbank um je knapp ein Prozent. Im Oktober hatten die Titel etwas Boden gutgemacht. E.ON und RWE setzten ihren Erholungskurs der vergangenen Tage fort und stiegen je um mehr als ein Prozent.

In London gerieten BP nach einem Gewinneinbruch im dritten Quartal unter Druck und verloren mehr als drei Prozent. Dagegen zogen die in London und Amsterdam gelisteten Aktien des Rivalen Shell um drei Prozent an. Der niederländisch-britische Konzern hatte überraschend viel verdient

rtr

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