Börsen bleiben nach US-Wahl auf Richtungssuche

“Die größere Unsicherheit bedeutet, dass die Rahmenbedingungen für Aktien in den nächsten Wochen negativ sein werden. Staatsanleihen werden dagegen von ihrem Status als ‘sicherer Hafen’ profitieren.”

Ein Aktienhändler prognostiziert dagegen dank der Hoffnungen auf ein groß angelegtes Konjunkturprogramm des künftigen US-Präsidenten eine Fortsetzung der Börsenrally, getragen von Bauwerten und Banken. Letztere profitierten von der Aussicht auf eine Deregulierung der Finanzbranche. Wegen Spekulationen auf steigende Zinsen müsse bei Immobilienwerten und Versorgern allerdings mit erneuten Kursverlusten gerechnet werden, warnte der Börsianer. “Diese heterogene Kursentwicklung an den Aktienbörsen wird uns auf absehbare Zeit erhalten bleiben.” In der alten Woche legte der Dax etwa dreieinhalb Prozent zu – so viel wie zuletzt vor vier Monaten.

FED RÜCKT WIEDER STÄRKER INS BLICKFELD

Einige Investoren richten ihre Aufmerksamkeit wieder verstärkt auf die US-Geldpolitik. Sie erhoffen sich von den anstehenden US-Konjunkturdaten eine Bestätigung ihrer Einschätzung über das Tempo der geplanten Zinserhöhungen der Notenbank Fed. Anleger rechnen mehrheitlich mit einem ersten Schritt im Dezember und zwei weiteren Anhebungen 2017.

Von besonderem Interesse sind dabei die Einzelhandelsumsätze am Dienstag, da der private Konsum als Hauptstütze der weltgrößten Volkswirtschaft gilt. Am Donnerstag stehen zudem die Inflationsdaten auf dem Terminplan. Hinzu kommen die Konjunkturbarometer der Federal Reserve von New York (Dienstag) und von Philadelphia (Donnerstag). Außerdem äußern sich in der neuen Woche zahlreiche US-Zentralbanker öffentlich.

Diesseits des Atlantik liefert der ZEW-Index am Dienstag Hinweise auf die Stimmung der Börsenprofis. Am selben Tag werden zudem die vorläufigen Zahlen zum deutschen und europäischen Wirtschaftswachstum im dritten Quartal vorgelegt. Ersteres habe im dritten Quartal wegen eines schwächelnden Außenhandels voraussichtlich nur um 0,2 Prozent zugelegt, prognostiziert Commerzbank-Analyst Ralph Solveen. “Womit die Zuwachsrate so niedrig wäre wie zuletzt vor einem Jahr.”

NACHZÜGLER LEGEN GESCHÄFTSZAHLEN VOR

Unterdessen neigt sich die Bilanzsaison ihrem Ende zu. Aus dem Dax wollen in der neuen Woche der Versorger RWE (Montag) sowie der Pharma- und Spezialchemiekonzern Merck (Dienstag) ihre Bücher öffnen. Aus dem Ausland haben der britische Mobilfunker Vodafone und der weltgrößte Einzelhändler Wal-Mart aus den USA die Veröffentlichung von Zwischenbilanzen angekündigt.

rtr


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