Twitter-Aktie: Satter Bonus mit dem Vögelchen

Alles ist relativ: ein Minus von 9 Dollar in wenigen Tagen hört sich bei einer Aktie gar nicht so schlimm an. Es könnte sich ja um Alphabet oder Amazon handelt, die der 1000-Dollar-Marke deutlich näher sind als der 100er-Zone. Wenn es sich aber um Twitter handelt, sind die Verluste von 25 auf 16 Dollar durchaus verheerend. Übernahme-Spekulationen durch Disney aber auch dem Cloud-Pionier Salesforce hatten sich zerschlagen. Durch den Rückschlag ergibt sich eine höchst interessante Einstiegsgelegenheit und auch dieses noch knapp anderthalb Monate laufende Bonus-Cap-Zertifikat ist dank dicker Seitwärtsrendite für eine Trading-Position geeignet.

In dieser kurzen Zeit sind mit dem Papier (nicht währungsbereinigte) Gewinne von 20,5 Prozent drin. Diese werden eingefahren, sofern die Twitter-Aktie bis zum 1. Dezember dauerhaft über der Schwelle von 14,50 Dollar bleibt. Diese wurde zuletzt am 10. Juni verletzt und aktuell besteht noch ein Puffer von gut 13 Prozent. Für diese dicke Rendite-Chance, die bei Per-Annum-Berechnung bereits jenseits der 500-Prozent-Marke liegt muss man lediglich ein Aufgeld von etwa neun Prozent zur Aktie akzeptieren.

Als Orientierung für den Stop loss kann man die horizontale Zone um 15,45/15,70 Dollar heranziehen, die sich im Juni und Juli etabliert hat. Berücksichtigt man fünf Prozent Aufgeld und noch drei Prozent Puffer für etwaige Währungsverluste, bietet sich ein Stoppkurs bei 14,20 Euro an. Damit wäre der mögliche Verlust auf 14,5 Prozent beschränkt, was bereits signifikant unter der Gewinnchance liegt.

Stefan Mayriedl schreibt seit 1997 über die Finanzmärkte und gehört zum festen Autorenstamm von BÖRSE ONLINE. Der diplomierte Volkswirt hat sich auf Charttechnik und Derivate spezialisiert. Seit 2010 ist er zudem Chefredakteur des Börsenbriefs smartanlegen.

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