Sixt-Aktie: Warum der Autovermieter eine Wette wert ist

Es sei “irrational” ein eigenes Auto zu besitzen, glaubt Erich Sixt. Die Fahrzeuge stehen mehr rum, als dass sie gefahren werden. Nun könnte man sagen, der Chef des größten Autovermieters muss so etwas sagen. Doch Sixt hat sein Unternehmen schon lange zum Mobilitätsdienstleister ausgebaut. Kein anderer Autovermieter bietet ein vergleichbares Leistungsangebot, das auch den Nerv der Zeit trifft.

Zusammen mit BMW betreibt Sixt das Carsharing-Modell “Drive Now”. Im Juni feierte das Carsharing-Joint-Venture seinen fünften Geburtstag. Mit 500000 Kunden ist Drive Now in Deutschland nicht nur der Marktführer, sondern seit zwei Jahren auch profitabel. 20 Prozent der Flotte fährt mit Strom. Jetzt wird die Expansion in Europa vorangetrieben. Für alle, die nicht gerne selber fahren, hat Sixt den Transferdienst myDriver im Angebot. Der Chauffeur-Service kutschiert die Gäste zum Festpreis ans gewünschte Ziel. Der jüngste Coup aus Pullach ist “Sixt Delivery”. Die Kunden können eine Zustellung ihres Fahrzeugs an einen Wunschort oder eine Abholung nach Beendigung der Miete buchen.

Doch das dicke Geschäft macht Sixt noch immer im Mietwagensegment. Der größte Wachstumstreiber ist das Ausland. Im ersten Halbjahr nahm der Konzernumsatz um 13,1 Prozent auf eine Milliarde Euro zu. Der Auslandsanteil beträgt 43 Prozent. Im Vergleichszeitraum 2015 betrug der Auslandsanteil noch 39 Prozent. Das Konzernergebnis wuchs um 9,5 Prozent auf 81,9 Millionen Euro. “Wir fahren der Konkurrenz weiterhin mit ordentlicher Geschwindigkeit voraus”, kommentierte Erich Sixt die Zahlen.

Auch die Aktionäre kommen bei Sixt nicht zu kurz. Das Unternehmen hat in den vergangenen Monaten eigene Aktien im Wert von 50 Millionen Euro zurückgekauft. Damit reduziert sich die Anzahl umlaufender Titel und das wirkt sich positiv auf wichtige Finanzkennzahlen wie dem Ergebnis je Aktie aus. Fundamental bewerten die Analysten von Warburg Research die Sixt-Aktie mit einem Kursziel von 61 Euro.

Auf Sicht der vergangenen drei Jahr hat die im SDax gelistete Sixt-Aktie um rund 180 Prozent zugelegt. Allerdings verlief die Fahrt im vergangenen Jahr kurvenreich. Zwei Mal, im Mai und im August prallte der Kurs knapp über der 50-Euro-Marke ab. Sollte es bei einem dritten Versuch klappen, wäre das ein technisches Kaufsignal.

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