Siemens-Aktie: Dax-Schwergewicht nimmt historische Höchstkurse ins Visier

Am 30. September schließt Siemens seine Bücher für das Geschäftsjahr. Vorstandschef Joe Kaeser zeigte sich zu diesem Thema heute schon sehr zuversichtlich: “In diesem Jahr liegen wir gut, was den Ausblick betrifft”. Der Optimismus den Kaeser streut, könnte bedeuten, dass der Technologiekonzern seine Prognose übererfüllt. Erst im August hat das Management nach guten Quartalszahlen zum zweiten Mal in diesem Jahr die Gewinnprognose angehoben. Insgesamt steuert Siemens einen Gewinn von bis zu 5,7 Milliarden Euro an. Einige Analysten trauen dem Konzern zu, das obere Ende zu übertreffen.

Die Geschäfte laufen bestens. Anfang 2016 zog Siemens den größten Auftrag der langen Unternehmensgeschichte an Land. Der Bau von Gas- und Dampfkraftwerke samt Serviceleistungen in Ägypten hat einen Auftragswert von 3,1 Milliarden Euro. Im laufenden Geschäftsjahr flossen bereits 1,2 Milliarden Euro. In der ersten Hälfte des Geschäftsjahres 2017 wird ein zweiter großer Teil des Auftrags verbucht und sich positiv auf den Umsatz auswirken. In Argentinien hofft Siemens auf ähnliche Aufträge für den Bau von Elektrizitätswerken, die auf erneuerbare Energien basieren.

Auch mit der Entwicklung des Strategieprogramms “Vision 2020” ist das Management zufrieden. 2015 stellte Siemens die Weichen für seine Zukunft. Im Fokus des Strategieprogrammes steht die Kernkompetenz Elektrifizierung. Dabei will sich der Konzern entlang der Wertschöpfungskette positionieren. Ein Beispiel wie das gelingt ist Gamesa. Mit der Fusion der Windsparte von Siemens mit dem spanischen Windkraftanlagenbauer werden die Münchner die weltweite Nummer Eins an Land und auf See. Während die Spanier führend beim Bau für Windkraftanlagen an Land sind, war Siemens bei den sogenannten Off-Shore-Anlagen vorn. Durch die Zusammenarbeit verspricht sich Siemens Kostenvorteile beim Einkauf, der Produktion sowie der Entwicklung und nicht zuletzt beim Vertrieb in Höhe von 230 Millionen Euro pro Jahr. Die sollten sich bereits im kommenden Geschäftsjahr in einem höheren Konzerngewinn bemerkbar machen.

Externe Treiber für den Aktienkurs könnten mögliche Verkäufe sein. Vor gut einem Jahr hat Siemens die Gesundheits-Sparte in ein eigenes Unternehmen ausgegliedert. Gut möglich, dass sie in der Vision 2020 als Verkaufskandidat gilt oder wie die ehemalige Lichtsparte Osram als Spinn-Off an die Börse gebracht wird. Aktuell gibt es Berichte, dass Siemens beabsichtigt seine restlichen Anteile an Osram von 17 Prozent zu verkaufen. Für die französische Bank Société Générale ist Siemens ein Kauf. Die Analysten haben ihr Kursziel auf 120 Euro angehoben.

Seit Sommer ist der Siemens Kurs zurück in der dreistelligen Region. Mit Kursen über 108 Euro erreichte der DAX-Titel ein neues Jahreshoch. Das nächste Kursziel liegt jetzt beim Mehrjahreshoch aus dem Sommer 2007. Damals notierte die Siemens-Aktie über 115 Euro.

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