SAP-Aktie vor den Zahlen: Warum eine positive Überraschung drin ist

Monotone Tätigkeiten automatisieren, schneller handeln und entscheiden, die Prozesse vereinfachen, das sind alles wichtig Stellschrauben zur Bewältigung der digitalen Transformation in Unternehmen. Für die Kunden von SAP soll alles möglichst einfach laufen. Doch das Mantra aus der Marketingabteilung in Waldorf “Run simple” gilt nicht nur für die Kundschaft. SAP wendet die Hebel auch für das eigene Geschäft an.

In den vergangenen Jahren stand der Fokus auf der Ausweitung des Geschäfts mit der Cloud. Bei Cloud-Software müssen Kunden keine Lizenzen mehr kaufen und Software bei sich vor Ort installieren, sondern können gegen eine Jahresgebühr über das Internet Programme nutzen und Daten speichern. Dort liegt die Zukunft der Branche. In den Jahren von 2011 bis 2014 hat SAP fünf Cloud-Firmen für insgesamt 20 Milliarden Dollar gekauft. Die gilt es jetzt weiter zu integrieren und deren Know-How zu nutzen. Konkret bedeutet das, intern die Geschäftsabläufe so zu gestalten, dass sich die Vorteile der Cloud auch für den eigenen Geschäftsablauf bezahlt machen. Neue Vertriebskanäle sollen erschlossen und die Verwaltung von Verträgen wesentlich effizienter gestaltet werden.

Neben den Cloudangeboten ist die Datenbanklösung Hana für SAP ein großer Bringer. Die Software ermöglicht dem Konzern schon heute den Einstieg in Zukunftsthemen wie Internet der Dinge und Industrie 4.0. SAP hat durch seine Software tiefes Know how in mehr als 20 Branchen. Wenn es nun darum geht Betriebsabläufe zu automatisieren oder gar Endprodukte einzubeziehen, werden die Kunden schon bei der Entwicklung neuer Abläufe, die Lösungen einsetzen.

Neben der internen Umstellung und Zukunftsthemen läuft das Cloud-Geschäft auf vollen Touren. Im zweiten Quartal stieg der Umsatz in dem Segment um ein Drittel auf 721 Millionen Euro an. Deutlich zweistellig werden auch die Erlöszuwächse im dritten Quartal sein. Und zunehmend gelingt es SAP, auch die Margen im vertriebsintensiven Cloudgeschäft zu steigern. Gleichzeitig ist auch das klassische Lizenzgeschäft sehr stabil. Eine Kombination, die im ersten Halbjahr trotz eines durchwachsenen ersten Quartals schon für einen deutlichen Gewinnsprung gesorgt hat. Diese Entwicklung dürfte sich fortsetzen. In der Vergangenheit war immer wieder zu beobachten, dass sich Ertrags-Turn-Arounds bei SAP über mehre Quartale erstreckten und die Analysten mit ihren Ertragsschätzungen erst langsam folgten. In der Folge entwickelte sich die Aktie meist deutlich besser als der Gesamtmarkt.

Das könnte nun auch wieder der Fall sein. Eigentlich sollte der Softwareriese seine Zahlen am 21. Oktober vorlegen. Weil um diesen Termin immer wieder Spekulationen hochschossen, hat sich der Konzern zur Regel gemacht schon vorher zu publizieren, vielleicht schon in der kommenden Woche.

Das Chartbild bestätigt zudem die guten Aussichten. Seit 2011 läuft die Aktie in einem intakten Aufwärtstrend, der zuletzt bei 81 Euro in einem Allzeithoch gipfelte. Gerade haben die Analysten von JP Morgan ihr Kursziel auf 95 Euro angehoben. Wahrscheinlich kann die Aktie in einem stabilen bis positiven Börsenumfeld auch dreistellige in einem überschaubaren Zeitrahmen erreichen. Spekulative Anleger positionieren sich mit dem lang laufenden Call.

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